Mittwoch, 31. Dezember 2014

Tag 365 - Das #daskannweg-Jahr 2014 - Letzte Worte

Ein Jahr #daskannweg. Wow. In den vergangenen 365 Tagen hab ich mich jeden Tag von einem Gegenstand aus meinem Besitz getrennt (manchmal waren es auch mehrere, oder mehrere im Voraus). Ich wusste nicht, worauf ich mich einlasse, als ich das Projekt am 1. Januar 2014 gestartet habe. Natürlich wusste ich das nicht. So ein Jahr kann man nicht akribisch vorausplanen. (und wer mich kennt, weiß, ich hätte es getan, wenn ich es auch nur ansatzweise für möglich gehalten hätte).

Im Dezember, als das Jahr noch mal turbulent wurde, fühlte ich mich manchmal wie der Typ in dem Animaniacs-Cartoon: Er singt alle Wörter aus dem Wörterbuch vor und als er bei Z angekommen ist, schläft er beinahe ein. Aber dann rappelt er sich doch noch mal auf und bringt die Sache zu Ende.

Und ich wollte es zu Ende bringen. Denn auch wenn ich morgens um 7 Schubladen durchwühlt, nachts um 11 Fotos gemacht, im Zug und in der Mittagspause Texte geschrieben – und ja, manchmal auch mich selbst und meine Idee verflucht habe, auch wenn mein Tablet diesen, den letzten Text nicht abspeichern wollte und ich ihn deshalb mit dem Handy abfotografieren und noch mal abtippen musste: Ich hab's nie bereut.

Auch wenn mir das immer niemand glauben mag: Abgesehen von dem Wohnzimmerschrank, der als Schuhschrank im Flur seine neue Bestimmung fand, hab ich keinen einzigen Gegenstand, von dem ich mich 2014 getrennt habe, je vermisst. Und: Wer ausmistet, entscheidet sich nicht nur bewusst gegen Dinge. Sondern auch bewusst für alle anderen: Die will ich behalten! Ich habe nun weniger Dinge als vor einem Jahr, aber ich freue mich viel mehr an denen, die ich noch habe. Ich liebe meine Grillpfanne! Warum bloß hab ich die früher so selten benutzt? Seit ich nur noch so viele Tassen im Küchenschrank habe, wie ohne Hin- und Hergeschiebe reinpassen, benutze ich die schöne Wellensittichtasse viel öfter. Und freu mich an ihr. Im Kleiderschrank muss ich mich nicht mehr durch Berge ungeliebter Klamotten wühlen und finde so die Lieblingsteile viel schneller.

Ich hab in diesem Jahr nicht nur geräumt und sortiert, weggeworfen und verschenkt, geschrieben, fotografiert und geflucht - ich hab auch viel gelernt. Darüber, wie man unnütze Dinge los wird und wie man es schafft, keine neuen anzuhäufen. Als ich anfing, diesen, den letzten Post des #daskannweg-Jahres zu schreiben, hatte ich ruckzuck zehn #daskanweg-Regeln beisammen. Und habe dann beschlossen: Das erzähle ich euch alles in den nächsten Tagen. Heute gibt es noch genug anderes zu sagen.

Danke zum Beispiel. Danke an alle, die dieses Projekt begleitet haben, die mitgelesen und Fragen gestellt und vielleicht sogar mitgemacht haben. Egal ob gute Freunde, entfernte Bekannte, völlig Fremde, es hat mich tief gerührt, wie viel Anteil ihr alle genommen habt, wie intensiv ihr #daskannweg verfolgt habt. Ich bin ziemlich stur - wenn ich was anfange, dann zieh' ich es auch durch. Aber eure Begeisterung hat es so viel einfacher gemacht weiterzumachen. Durchzuhalten. Mit euch zusammen hat es so viel mehr Spaß gemacht. 

Und jetzt? Ist das Jahr wirklich um. "Machst du weiter?", haben mich viele von euch immer wieder gefragt. Natürlich mache ich weiter – denn es geht immer weiter. Ein Gegenstand, der heute in mein Leben passt, ist vielleicht in einem Monat, einem halben Jahr nicht mehr richtig für mich. Und ich werde auch weiter bloggen – nur nicht mehr jeden Tag. Ich werde es genießen zu schreiben, weil ich es will, und nicht weil ich heute noch muss. Es wird in Zukunft nicht unbedingt genau ein Gegenstand im Mittelpunkt eines Postings stehen, aber natürlich wird es weiter um das Thema #daskannweg gehen. Den Anfang werden die #daskannweg-Regeln machen. Außerdem möchte ich auch verschiedene Methoden ausprobieren, Dinge loszuwerden, und darüber schreiben. Das hatte ich eigentlich für dieses Jahr schon geplant. Aber dann kam mir das Leben dazwischen.

Jeder, der mag, ist herzlich eingeladen mitzuschreiben – schreibt mir einfach eine Mail an daskannweg@yahoo.de.

Alles Liebe - und einen guten Start in ein gerümpelfreies Jahr 2015!
Angie

Dienstag, 30. Dezember 2014

Tag 364 - Das #daskannweg-Jahr 2014 bei Instagram

Im Juli hat die wunderbare Flow in ihrem Ferienbuch über mich und meinen Blog berichtet. Das verschaffte #daskannweg eine Reihe neuer treuer Fans - unter anderem Uli, die mich um Erlaubnis bat, #daskannweg als Instagram-Hashtag nutzen zu dürfen. Na klar durfte sie! Es ist wunderbar zu wissen, dass meine Idee nicht nur mir selbst Freude macht, sondern sogar fremde Menschen inspiriert.

Deshalb hatte ich Uli gefragt, ob sie auch einen Gastbeitrag schreiben möchte, und sie hat freudig zugesagt. Doch leider konnte bei Uli vorige Woche ganz unvorhergesehen etwas anderes weg: Ihr Laptop ging kaputt. Da sie nicht selbst schreiben kann, bette ich hier eine kleine Auswahl ihrer #daskannweg-Posts bei Instagram ein. Mehr findet ihr unter http://instagram.com/tswiebel/.

Liebe Uli, ich freue mich sehr, dass du die Idee von #daskannweg zu Instagram getragen hast. Danke dafür!










Montag, 29. Dezember 2014

Tag 363 - Das #daskannweg-Jahr 2014: Christine erzählt

Der kann weg


Auch ich durfte dieses Jahr Teil sein von "das kann weg": Als Urlaubsvertretung habe ich mich im Juni von Tag 165 bis 173 in meiner Bude umgeschaut – und jede Menge Kram gefunden, den ich nicht mehr brauche. Da waren unter anderem dabei eine Kiste Bier auf dem Balkon (Tag 171), eine Hexenbox plus Zauberbuch (Tag 172), eine Helene Fischer-DVD (Tag 168 – gab’s 8 Euro für bei Momox!) oder aber die viel diskutierte Harald Glööckler-Bettwäsche mit Kröönchen (Tag 169 – eingemottet und somit leider immer noch da … Corinna, wolltest du die nicht fürs Gästezimmer?). In meinem letzten Eintrag nahm ich Abschied von den "falschen Prinzen" (Tag 173). 

Materiell trennte ich mich dabei von meiner Sammlung an Froschkönigen. Einige setzte ich irgendwo draußen aus – meist am Wasser. Manchmal wartete ich sogar, bis jemand kam, den Frosch entdeckte und mit einem Lächeln im Gesicht mitnahm. Die drei Schneekugeln packte ich in einen Karton und schickte sie an meine Freundin Sonja in Rastatt. Mit ihr gemeinsam fing vor vielen Jahren die ganze Sammelei an. Seltsamerweise fand ich das Päckchen eine Woche später schwer ramponiert wieder vor meiner Haustür. Eine der Kugeln war beim Transport beschädigt worden und ausgelaufen. Darum schickte DHL alles Retour. Schlampige Verpackung meinerseits – oder vielleicht doch ein Zeichen, dass ich eigentlich doch noch nicht innerlich bereit dafür war, mich von den Fröschen zu trennen? 

Denn eigentlich ging es ja um viel mehr: Es ging darum, Loszulassen von der Vergangenheit und romantisch-verklärten Einstellungen. Loszulassen von der Idee, dass irgendwo da draußen ein Prinz wartet, der auf dem Schimmel angeritten kommt und mit mir in Richtung Sonnenuntergang verschwindet.

Wenn ich zurückblicke, wie vielen falschen Prinzen ich in den vergangenen Jahren hinterher getrauert habe, hätte ich sehr gut auch über mehrere Wochen einen Blog füllen können mit dem Titel "Der kann weg". Was habe ich Zeit verschwendet mit Fragen wie "Warum ruft er nicht an?", "Was habe ich falsch gemacht?" oder "Mag er mich wirklich?". Heute weiß ich: Wenn ein Mann eine Frau wirklich will, versetzt er Berge. Dann meldet er sich, egal wie gestresst er ist. Dann sucht er im Dschungel das einzige Internet-Café, um deinen Facebook-Status zu liken. In allen anderen Fällen zählt er leider zur Kategorie "Frosch" und sollte schleunigst entsorgt werden. 

Es kann durchaus vorkommen, dass einer dieser Frösche, den man eigentlich längst im Müll glaubte, plötzlich und völlig unerwartet doch wieder auf der Bildfläche erscheint. Dann heißt es stark bleiben und nicht ein zweites Mal auf die gleiche Masche reinfallen – auch, wenn er den muffigen Geruch aus dem Mülleimer vielleicht übertüncht hat. Das lerne ich gerade. Manchmal muss man eben auch Menschen ausmisten, so hart es klingen mag. Alter Ballast blockiert. Und kann darum getrost weg. 

Liebe Christine, dass es beim Ausmisten um mehr geht als darum, alten Kram wegzuwerfen, hast du gleich verstanden, als ich dir von meiner Blog-Idee erzählte. (Nicht nur) deshalb warst du gern bereit, den Blog in einem meiner Urlaube zu hüten. Danke dafür! Vielleicht haben die neun Tage ja ein wenig dazu beigetragen, dir den Abschied von den falschen Prinzen - denen aus Keramik und Porzellan, aber vor allem denen aus Fleisch und Blut - zu erleichtern. Das würde mich freuen! 

Sonntag, 28. Dezember 2014

Tag 362 - Das #daskannweg-Jahr 2014: Chantal erzählt

Liebe Chantal, wir haben zusammen Abitur gemacht, und auch wenn wir uns heute nur noch selten treffen können, freuen wir uns über jedes Wiedersehen und haben uns immer viel zu erzählen. Und nicht nur das: Auch wenn wir uns nicht sehen, verlaufen unsere Gedanken offensichtlich in denselben Bahnen ... Danke für eine Freundschaft, der Zeit und Raum nichts anhaben konnten!


Auch ich habe das Jahr 2014 dem Ausmisten gewidmet. Angelika und ich hatten uns jedoch nicht abgesprochen. Bei mir kam es so: Ende 2013 hatte ich mal wieder eines meiner Lieblingsbücher - "Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags" - in der Hand. Es enthält keine neuen Weisheiten, fasst aber interessante Erkenntnisse und Tipps gekonnt zusammen und motiviert sofort zum Ausmisten. Und so habe ich durch dieses Buch mal wieder einen neuen Impuls zum Aufräumen erhalten. 

Nach und nach ist einiges dem Sperrmüll und der Mülltonne zugeführt worden. Das eine oder andere konnte sogar auf Rebuy, Momox und Co. ein kleines Taschengeld erzielen. Und trotz der disziplinierten Entrümpelung ist immer noch viel (zu viel) Krempel da und ich werde daher sicher noch eine Weile weitermachen (können). 

Interessanterweise stellte ich fest, dass Angelika und ich uns teilweise sogar auf den Tag den gleichen Themen gewidmet haben. Es scheint also durchaus Krempel zu geben, der in vielen Haushalten überflüssig und unnütz oder einfach nicht mehr zeitgemäß ist!


Mein Entrümpelungsbeitrag für #daskannweg sind ein paar Handtücher. Die sind irgendwie verzogen und die Zierborte ist anscheinend beim Waschen eingegangen. Eigentlich ist mit den Handtüchern nichts verkehrt und ich hatte sie auch noch im Einsatz. Aber es ist ja nicht so, dass man nichts Schöneres hätte. Eben! 
Daher nehme ich nun die "guten" Stücke aus dem Schrank und die ollen Dinger können weg. Sie leisten zukünftig gute Dienste beim Abtrocknen unseres Hundes.

Außerdem trenne ich mich von den Salvador-Dali-Miniature-Parfums. Diese hatte ich seinerzeit während einer Klassenfahrt nach Paris (für Insider: Merlin) gekauft. Ich fand sie immer toll anzusehen. Aber
mittlerweile habe ich mich daran satt gesehen und sie gammelten in einer Schrankecke vor sich hin. Ich brauche die Miniaturen nicht, um mich an diese tolle Zeit in Paris zu erinnern. Die Parfums können daher weg.

Samstag, 27. Dezember 2014

Tag 361 - Das #daskannweg-Jahr 2014: Der rote Elefant erzählt

Salut, ich bin der rote Elefant. Mich gibt's noch nicht so lange. Ich war mal ein Stuhl, Ikea, Modell 'Ivar'. Ziemlich langweilig. Am 1. Januar 2014 hat Angie mich deshalb auch ausgemistet, ich war der Auftakt ihres wunderbaren Blogs. Am 3. Januar hat Steph mich abgeholt, sie bastelt gerne mit Zeitungspapier und Kleister. Am 10. Januar hatte ich die erste Schichte Pappmaché auf dem Buckel kleben. Es folgten viele weitere ...

Im April wurde ich dann weiß grundiert, im Mai rot angemalt. Und im Juni habe ich als letzten Akt diesen coolen, neongrünen Rüssel bekommen. Jetzt stehe ich im Wohnzimmer zwischen Fenster und Fernseher. Ein super Platz! Man weiß immer, was los ist – auf der Straße und in der weiten Welt. Angie, vielen Dank! Ohne Dich und deinen Blog hätte es mich nie geben!"
PS: Inspiriert von #daskannweg hat sich auch Steph in diesem Jahr von viel Kram getrennt: Das Kickboard und das Kürbiskostüm wohnen jetzt in Kleinblittersdorf. Die Cordhose, die noch nie richtig saß, trägt Eva (und sie steht ihr super), der Drucker druckt jetzt Klassenarbeiten für Miri aus. Das Bügeleisen (einst von Helene geerbt) ist zusammen mit dem Rührgerät in eine WG nach Eimsbüttel gezogen. Und der Küchentisch steht im tschechischen Pilsen.

Liebe Steph, du hast mit dem Stuhl nicht nur das erste #daskannweg geerbt und in neuem Glanz erstrahlen lassen. Du hast das Projekt das ganze Jahr über unterstützt, jeden Beitrag gelesen und stets nach meinen weiteren Plänen gefragt. Aus einem dieser Gespräche stammt die Idee, die letzte Woche des #daskannweg-Jahres mit Gastbeiträgen zu bestreiten. Danke dafür!

Freitag, 26. Dezember 2014

Tag 360 - Das #daskannweg-Jahr 2014: Katrin erzählt

Liebe Katrin, du hast mich und meinen Blog durch das Jahr begleitet. Nicht nur als Leserin, sondern auch als freudige Abnehmerin für einige Dinge, die ich loswerden wollte, zum Beispiel für die Wandfarbe, die Postkarten und die Becher mit der Erdbeere drauf. Zu wissen, dass du diese Dinge brauchen kannst und in Ehren hälst, hat es mir leicht gemacht, mich von ihnen zu trennen.

Du hast dich außerdem als wertvolle #daskannweg-Beraterin erwiesen, zum Beispiel hast du mich davon überzeugt, dass die Porzellanblume weg kann. Und weil du selbst in einem kleinen WG-Zimmer lebst, weißt du selbst wohl am besten, wie wichtig es ist, sich regelmäßig von Dingen zu trennen, die das Leben zwar voller, aber nicht erfüllter machen. Danke dafür!


Schön, dass ich (Katrin) heute Gast-Bloggerin sein darf. Ich möchte dies zum Anlass nehmen, um mich offiziell von einem geliebten Kleidungsstück zu verabschieden: ein sehr schönes Kleid (mit Unterkleid) von Noa Noa, das ich mir 2008 anlässlich einer Hochzeit gekauft habe. Es war, glaube ich, runtergesetzt auf 119 Euro oder so - auf jeden Fall hat es für meine Verhältnisse viel Geld gekostet. Ich fühlte mich in diesem Kleid sehr wohl, hatte aber hinterher schon beim Betrachten der Hochzeitsfotos die ersten Zweifel, ob es wirklich vorteilhaft aussieht. 

Ich fragte meine Mutter um Rat. Sie fand auch, dass mir das Kleid etwas zu groß sei, und nähte in der Taille kleine Gummibänder ein, damit es etwas enger sitzt. Es folgten weitere Hochzeiten und andere Festlichkeiten in und mit diesem Kleid, aber jedes Mal verstärkte sich mein Unbehagen, wenn ich mir hinterher die Fotos ansah. 

Ich zeigte das Kleid meiner Modedesigner-Freundin Imke und fragte sie, ob man das Kleid nicht irgendwie ändern könnte. Sie schüttelte nur den Kopf und sagte: "Ich denke, wir sind uns einig, dass Du dieses Kleid nicht mehr anziehst." Alles klar. Da ich das Kleid aber so hübsch finde (auch wenn es auf dem Foto etwas knittrig aussieht - ich hatte keine Lust, es extra fürs Foto nochmal zu bügeln) und ich mich generell schlecht von Dingen trennen kann, blieb das Kleid erst mal noch im Schrank hängen.

In diesem Jahr war ich mal wieder auf eine Hochzeit eingeladen. Ich ging mit meiner Freundin Claudia shoppen. Sie sagte so was wie: "Du bist jetzt Mitte 30, Du musst jetzt mal weg von diesen flatterigen Mädchenkleidern! Wir suchen Dir mal was Elegantes." Sie riet mir zu einem Etuikleid. Als ich bei der Hochzeit in dem neuen Kleid auftauchte, fühlte ich mich erst mal etwas unsicher. Als mich dann die Braut mit den Worten: "Wow, hast Du abgenommen!" begrüßte, verschwanden die letzten Zweifel: Die Zeit der flatterigen Mädchenkleider ist vorbei!   

Das lilafarbene Seidenkleid kann weg. Ich nehme es mit zum nächsten Kleidertausch bei Angie. Wenn es da keiner will, versuche ich es vielleicht mal über ebay-Kleinanzeigen.

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Tag 359 - Das #daskannweg-Jahr 2014: Der Liebste erzählt

Der heutige Tag gehört demjenigen, der hier im Blog als "der Liebste" firmiert. Erstmals erwähnt wurde er am 25. Mai, da waren wir erst sechs Wochen zusammen. Als 2013 die Idee für diesen Blog geboren wurde, ahnte ich noch nicht, dass ich drei Monate später eine Fernbeziehung haben würde. Das war wohl auch besser so. Denn hätte ich gewusst, dass ich nicht urhebliche Teile der Wochenenden des #daskannweg-Jahres in Zügen oder auf Bahnhöfen verbringen würde (und den Rest in verliebter Zweisamkeit), ich hätte die Idee wohl schnell wieder zu den Akten gelegt.

Mein Liebster, wohl niemand hatte so sehr unter dem #daskannweg-Jahr zu leiden wie du: unter den leicht panischen Aufschreien "Oh nein, ich muss noch bloggen!", mit denen ich aus dem Bett aufsprang (im Laufe des Jahres eignete ich mir etwas mehr Gelassenheit an, was das anging). Unter den Klagen, wenn ich mal wieder nicht wusste, was ich als nächstes verbloggen sollte. Und nicht zuletzt unter der kaum zu bändigenden #daskannweg-Wuselenergie, die sich oft genug auch auf deine Wohnung erstreckte ("Warum hebst du eigentlich diese vertrocknete Zimmerpflanze auf?", "Willst du dir nicht mal einen neuen Duschvorhang kaufen?", "Wofür genau brauchst du diese leeren Pappkartons noch?") Du hast all das nicht nur mit Nachsicht und liebevollem Lächeln ausgehalten, du hast mich stets unterstützt, warst stolz auf mich und meinen Blog und hast dich sogar davon anstecken lassen. Danke dafür!

(Fast) ein Jahr mit der Wegwerf-Frau


Als ich sie kennenlernte, befanden wir uns gerade an einem der schönsten Orte der Welt, mehrere tausend Kilometer vom kalten Deutschland entfernt. Bald schon kam das Gespräch auf ihren Blog. Ich erinnere mich noch heute daran. Sie: "Ich hab einen Blog", ich: "Aha". 

Zurück in Deutschland haben wir uns dann besser kennengelernt, und irgendwann sprang nicht nur der Funke über, sondern auch der Wegwerf-Funke. Nicht weil sie mich dazu gedrängt hat oder mich bekehren wollte, sondern weil dass, was sie zu dem Thema zu sagen hatte, Sinn machte. Aus einem mir nicht mehr ganz nachvollziehbaren Grund wurde dann unter anderem mein Kleiderschrank ausgemistet. - Naja, ein Grund war, dass die Wegwerf-Frau ein bisschen Platz im Schrank brauchte ... 

Dabei kamen insgesamt vier große Müllbeutel mit Kleidungsstücken zusammen, bei denen ich sicher war: Die trage ich nicht mehr. Die Wii im Wohnzimmer hat jetzt einen neuen Besitzer, mir hat sie nie viel Freude bereitet (bin halt kein Konsolero) und das Ausmisten von ungenutzten alten Elektronikgeräten, PC-Bauteilen und Kabeln hat mir wirklich gut getan: Beim Abtransport füllten sie einen ganzen PKW-Kofferraum!  

Ich muss nach diesem Jahr sagen, ich bewundere die Konsequenz, mit der sie die 365 Tage bestritten hat. Auch wenn es Momente gab, wo sie sich schwer tat - eingeknickt ist sie nie. Ich weiß auch, dass ich nicht besonders zuträglich war: Ich hab halt gerne auch mal Blogzeit in Anspruch genommen. Aber trotzdem hat sie es immer gut hinbekommen. Hut ab!

Wegwerfen tut gut. Ob man jeden Tag etwas wegwerfen sollte, weiß ich nicht, aber: Dinge ausfindig machen, die man nicht mehr braucht, und sich von ihnen trennen, ist gut. Allein durch meine paar Aktionen habe ich jetzt einen übersichtlichen Kleiderschrank, eine fast leere Kommode und keinen Krempel mehr unter dem Bett. 

Manchmal ist das Leben ohne Kram aber auch anstrengend, zum Beispiel wenn man seiner Liebsten eine Freude machen möchte, die nicht in der nächsten Woche weggebloggt werden soll. Merke: "Kein Krempel als Geschenk!"

Trotzdem gilt: Vieles kann weg!

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Tag 358 - Das #daskannweg-Jahr 2014: Mama erzählt


Heiligabend, ihr Lieben! Ich hoffe, ihr alle verbringt ein paar schöne Tage mit euren Lieblingsmenschen. Heiligabend, das bedeutet auch: Nur noch eine Woche, dann ist das #daskannweg-Jahr zu Ende. Wie verabschiede ich mich? Ganz lapidar mit irgendeinem Gegenstand, wie an jedem anderen Tag des Jahres? Oder mit einem spektakulären Blog-Event? Meine Freundin Steph brachte mich schließlich auf eine schöne Idee: In den letzten Tagen des Jahres werden hier Menschen zu Wort kommen, die mich durch das #daskannweg-Jahr begleitet machen.

Den Anfang macht heute - passend zu Weihnachten, dem Fest der Familie - meine Mama. Sie hat es nicht leicht gehabt, schließlich waren unter den #daskannwegs einige, die ich mal von ihr bekommen habe. Sie hat es immer mit Humor genommen und den Blog - ein Medium, das ihr vorher unbekannt war - interessiert verfolgt. Danke, liebe Mama!

Nun ist das Jahr 2014 fast vorbei, an dem Du Dich jeden Tag von persönlichen Dingen getrennt hast. Ich habe dies mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Anfangs war ich recht erschrocken und dachte: "Ach, wie wird wohl die Wohnung aussehen, wenn ich das nächste Mal zu Besuch komme? Dann ist ja fast alles leer." Doch beim genauerem Verfolgen erkannte ich zu meiner Zufriedenheit, dass Du doch viele Dinge entsorgt hast, die man nicht unbedingt braucht.

Das hat mich animiert, in meinen Schränken und in meinem Haus nach unnützen Dingen Ausschau zu halten. Da kam doch einiges zusammen, von dem ich mich nicht schweren Herzens getrennt habe. Dies musste ich mehr oder weniger heimlich tun, da mein Schatz sich nicht so leicht von Dingen trennen kann. Aber da kennen wir Frauen natürlich Mittel und Wege, dies zu verheimlichen!

Da ich nicht so mit dem Internet auf gutem Fuß stehe und hier in der ländlichen Region nicht so viel Nachfrage nach nicht mehr gebrauchten Dingen ist, habe ich manches verschenkt oder aber auch in die Mülltonne geworfen. Ging ganz gut.

Nach einiger Zeit entdeckte ich in Deinem Blog, dass Du auch Dinge angeboten hast, die ich Dir einmal geschenkt hatte. Dies hat mich erst verwundert, doch dann habe ich das gelassen gesehen und meine Vernunft hat regiert. Mir gefällt auch nicht alles, was mir andere geschenkt haben. Da ist auch schon viel verschwunden. 
Die Schale mit den Blüten: Jetzt wird sie wieder benutzt.


Ich habe natürlich auch einige Dinge von Dir zurückbekommen, die mir noch gefielen. Wir sind uns da gut einig geworden. Es hat mich auch manches sehr amüsiert, was Du in Deinen täglichen Texten geschrieben hast. Da waren sich Mutter und Tochter manchmal trotz großer Entfernung sehr nah.

Doch eines Tages las ich doch etwas Seltsames. Da wurde von einem kleinen Sohn geschrieben. "Huch", dachte ich, "habe ich etwas verpasst?" Bei unserem letzten Besuch sah ich aber nichts von einer Schwangerschaft. Und so selten sehen wir uns ja auch nicht! 

Das hat mich sehr beschäftigt und ich musste nach einiger Zeit doch mal nachfragen, was da los ist. Diese Frage hat großes Gelächter hervorgerufen. Ich wusste, dass du zu der Zeit in Urlaub warst, aber nicht, dass du eine Vertretung für deinen Blog hattest. Ach, was war ich erleichtert. Ich hätte mich zwar sehr über ein Enkelkind gefreut, aber dass ich dies nicht bemerkt hätte, hätte mich doch sehr geärgert. So lachen wir noch heute oft darüber.

Ich finde es toll, was Du gemacht hast, und vor allem, dass Du das ganze Jahr durchgehalten hast. Ich glaube, ich hätte schon früher das Handtuch geworfen. Und auch ich als Mutter habe in diesem Jahr vieles gelernt. Dafür danke ich Dir. 

Deine Mama

Dienstag, 23. Dezember 2014

Tag 357 - Die Musikexpress-CDs

Weihnachten naht, ich bin bei meiner Familie und hab keine Lust, die nächsten Tage so zu tun, als würde ich fleißig ausmisten, wo ich doch in Wahrheit singend unterm Tannenbaum rumhänge und Lebkuchen esse. Da aber das Motto "jeden Tag des Jahres ein Gegenstand aus meinem Besitz" natürlich weiter gilt, musste eine Vielzahl gleichartiger Gegenstände her, die mich über die faulen Weihnachtstage bringen würde. Etwas Geeignetes fand ich schließlich in einem der berühmten Kartons auf dem Bücherregal: ein Berg Gratis-CDs, die einst der "Musikexpress" beilagen, einer Zeitschrift, die ich in meiner Jugend ziemlich regelmäßig gekauft habe. Wie man sieht - jede CD steht für eine gekaufte Zeitschrift.

Wie alle Jugendlichen fand auch ich in meiner Jugend Musik irre wichtig und bedeutsam. Welche Musik jemand hörte, definierte, wer jemand WAR. Niemals wäre ich auf die Idee gekommen, eine Freundschaft - oder gar mehr - mit jemandem anzustreben, der Technomusik mochte! Heute weiß ich ziemlich genau, wer ich bin und was mir wichtig ist. Ich weiß, dass es Wichtigeres gibt als die bloße Tatsache, dass man denselben Musikgeschmack hat. Dennoch erinnere ich mich mit einem Lächeln an diese Zeit zurück, und die CDs scheinen mir wie Stellvertreter dafür. Wäre es nicht frevelhaft, mich von den CDs zu trennen? Würde ich damit nicht auch die Erinnerung an meine Jugend wegwerfen?

Ach, wisst ihr: Was für ein sentimentaler Quatsch. Die meisten CDs hab ich genau einmal angehört, das meiste nicht gemocht und sie dann in den Schrank gepackt. In den Neunzigern! Die Lieder, die mir gefielen, hab ich mir auf den PC gezogen - ich glaube es war 1997 (ich war damals ganz weit vorne beim Thema digitale Musikverwaltung). Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich mühevoll jedes einzelne Lied erst in eine WAV-Datei umwandeln und anschließend in ein MP3 konvertiert habe. Und selbst diese Lieblingslieder vom CD-Berg hab ich seit vielen Jahren nicht mehr angehört.

Natürlich gab es immer mal wieder Pläne, die CDs noch mal durchzuhören. Vielleicht mag ich ja heute was, was mir vor 18 Jahren noch nicht gefallen hat? Kann schon sein. Aber Tatsache ist, ich hab seit Jahren keine Lust darauf. Ich leg den Plan jetzt zu den Akten. Und die CDs können weg.

Montag, 22. Dezember 2014

Tag 356 - Das blaue T-Shirt

Ihr Lieben, ereignisreiche Tage liegen hinter mir. Ich bitte um Nachsicht, dass die Dokumentation der #daskannwegs in letzter Zeit zu wünschen übrig ließ. Das blaue T-Shirt sei heute (23.12.) noch nachgereicht für den 22.12. - wie ihr seht, ist es schon ziemlich alt und verwaschen, es hat seine besten Tage lange hinter sich und kann weg.

Sonntag, 21. Dezember 2014

Tag 355 - Die erste Brille

Huch, wo kommt die denn her? Hab ich beim Herumkramen in einem Karton gefunden: meine erste Brille. Ich wusste gar nicht mehr, dass ich die noch hab. Tragen würde ich sie heute auf gar keinen Fall mehr - ziemlich gruselig-hässlich, was? Dagegen ist dieses Modell ja noch regelrecht modisch ... Die Brille kann weg.

Samstag, 20. Dezember 2014

Tag 354 - Das silberfarbene Kulturtäschchen

Vorigen Freitag war hier auf dem Blog ein geschrottwichteltes Kulturtäschchen dran. Bei der Gelegenheit zählte ich meine Kulturtäschchen durch und kam auf die leicht schockierende Zahl sieben. Ganz ehrlich: Sieben Kulturtäschchen lassen sich beim besten Willen durch nichts rechtfertigen. Sechs eigentlich auch nicht, aber es ist schon mal ein Anfang.

Das silberfarbene Kulturtäschchen ist das am wenigsten hübsche der sieben. Es ist weder selbstgenäht noch ein Geschenk und hat keine Eigenschaften, die es aus der Masse der anderen herausheben. Es kann weg.

Freitag, 19. Dezember 2014

Tag 353 - Das weinrote Haarband

Ist das etwa die Pantone Farbe des Jahres 2015, Marsala? Könnte sein, ich bin mir nicht sicher. Wahrscheinlich ist es aber ein bisschen zu wenig braun dafür. Aber selbst, wenn's so wäre: Dieses Haarband ist zu eng und ist furchtbar unbequem. Abgesehen davon mag ich echtes Rot ohnehin lieber, Farbe des Jahres hin oder her. Das Haarband kann weg.

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Tag 352 - Die DVD "Der Pianist"

DVDs und ich, wir sind nie so richtig warm geworden miteinander. Ich hab mir erst ziemlich spät einen DVD-Player gekauft und nie richtig angefangen, DVDs zu kaufen. Ich seh nicht so richtig viel Sinn darin, denn ich möchte mir die wenigsten Filme mehr als einmal anschauen. Streaming ist genau mein Ding, deshalb hab ich einen Account bei Amazon Instant Video.

In meiner DVD-Sammlung, wenn man die klägliche Anzahl zusammengewürfelter DVDs zu nennen will, ist sogar ein Film, den ich immer noch nicht gesehen habe: "Der Pianist". Sie stammt aus derselben Kollektion wie "Sprich mit ihr", das an Tag 238 an der Reihe war. Ich habe die beiden DVDs auf demselben Weihnachtsbasar gekauft. Sie sind ein guter Beweis dafür, dass man sich dem Schnäppchen-Reflex nicht nachgeben sollte: Noch mehr als bei einem Schnäppchen kann man sparen, wenn man das Schnäppchen (das man weder wirklich haben will noch braucht) NICHT kauft. Die DVD kann weg.

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Tag 351 - Das gestreifte Oberteil

Das gestreifte Oberteil hab ich aus einem richtig tollen Klamottenladen im Karoviertel: Cyroline. Da hab ich schon einige Lieblingsteile gekauft - für dieses hat es aber nie zu diesem Ehrentitel gereicht. Das Material - Rayon, Polyester und Spandex - fasst sich zwar schön weich an, hat aber schon beim ersten Tragen angefangen, Knötchen zu bilden. Außerdem ist es natürlich - typisch Kunstfaser - null atmungsaktiv.

Und wenn man die Sache mal ganz nüchtern betrachtet: Das Oberteil sieht verdammt nach Schlafanzug aus. Und wer will schon im Schlafanzug auf der Straße rumlaufen? Das Oberteil kann weg.

Dienstag, 16. Dezember 2014

Tag 350 - Die gepunktete Tasse

Liebe Steph, du hast vor Monaten mal gesagt, du wärest nicht beleidigt, wenn ich auf dem Blog auch was ausmisten würde, was du mir mal geschenkt hast. Das hier ist quasi ein Test ;) Die gepunktete Tasse ist zwar hübsch, aber unpraktisch: Es geht einfach viel zu wenig rein, außerdem kippelt sie. Sie kann weg.

Montag, 15. Dezember 2014

Tag 349 - Der Modeschmuck

Passend zu diesen goldenen Creolen hatte ich mal einen Armreif. Den hab ich auf dem Flohmarkt verkauft und damals noch in meinem Schmuckkästchen nach den Ohrringen gekramt, um sie dem Mädel auch noch aufschwatzen zu können - vergebens. Da dachte ich, ich hätte sie wohl doch schon weggegeben. Jetzt sind sie mir wieder in die Hände gefallen. Ich mag nicht mal echten Goldschmuck (steht mir nicht), aber diese billigen Imitate aus Fake-Antikgold schon gar nicht. 

Überhaupt finde ich in den Ecken meiner Wohnung immer wieder schrottigen Modeschmuck: mädchenhafte Haarspangen oder billige Ohrringe. Ob sich das Zeug wohl heimlich in dunklen Schubladen vermehrt? Wie auch immer, es kann weg - und damit ist das Nest nun hoffentlich ausgerottet.

Sonntag, 14. Dezember 2014

Tag 348 - Die Weihnachtsaufkleber

Diese unglaublich trashigen Weihnachtsaufkleber hab ich in meiner Weihnachtsdeko-Kiste gefunden. Ich weiß nicht mehr, wie die in meinen Besitz kamen. Keinesfalls würde ich sowas je kaufen. 

Beim Verpacken des Schrottwichtel-Geschenks kamen immerhin einige mit Nikolausmützen geschmückte Katzen zum Einsatz. Was aber tun mit dem Rest? Sie können weg, keine Frage. Vielleicht hat im Büro jemand Verwendung dafür. Ich nehm sie mal mit.

Samstag, 13. Dezember 2014

Tag 347 - Die rostige Teedose

In der Zeitschrift "Neon" gibt es eine Rubrik namens "Vom Leben gelernt". Nun, dazu hab ich auch etwas beizutragen: Teedosen sollte man zum Reinigen nicht in die Spülmaschine geben - sie rosten. Ist in diesem konkreten Fall aber zu verschmerzen: Ich bin ziemlich resistent gegen die Produktinnovationen der Teeindustrie und trinke immer dieselben paar Sorten, und für die habe ich mehr als genug Teedosen: Im Schrank stehen noch drei weitere leere. Die rostige Teedose kann also weg. 

Freitag, 12. Dezember 2014

Tag 346 - Das Kulturtäschchen

Ih Lieben, ich muss Abbitte leisten: Dieser Blogpost ist einen Tag überfällig. 345 Tage war ich so diszipliniert, und dann das: Am Tag nach der Weihnachtsfeier - gestern - musste ich morgens bis zur letzten möglichen Sekunde im Bett liegen. Das führte dazu, dass ich am gesamten gestrigen Tag nur etwa 45 wache Minuten in meiner Wohnung verbrachte - und keine Zeit hatte zu bloggen. Ich bitte um Nachsicht und reiche hiermit das #daskannweg für Tag 346 nach.

Das Kulturtäschchen steht in direktem Zusammenhang zu den Ausschweifungen des Donnerstagabends. Auf der Weihnachtsfeier nämlich wurde gewichtelt. Für eine Schrottwichtelacquise ist das Täschchen eigentlich ziemlich unschrottig, zumal auch noch gut brauchbare Beautyartikel in Reisegröße drin waren. Der Werbeaufdruck allerdings und die Tatsache, dass ich eine beachtliche Vielzahl an Kulturtäschchen in vergleichbarer Größe besitze (kurz nachgezählt: sieben. Sieben. Sieben? SIEBEN!), machen die Sache zu einem klaren Fall: Das Kulturtäschchen kann weg. 

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Tag 345 - Das Johannisbeergelee

Jajajaja, Marmelade kann man ewig aufheben, weiß ich. Aber sollte man wirklich? Dieses Johannisbeegelee hier steht offen in meinem Kühlschrank, und zwar schon länger, als ich zurückdenken kann. Ich schätze mal, mindestens eineinhalb Jahre. Denn ich esse so gut wie nie Marmelade und selbst wenn, dann nicht Johannisbeergelee. Der Liebste isst zwar gern Marmelade, aber für Johannisbeergelee hat er nix übrig, ansonsten frühstücken hier nur höchst selben Leute.

Das Gelee hat meine Mama selber eingekocht und mal mit hergebracht, ich vermute, als meine Eltern mich besucht haben - beide große Marmeladenfans. Sie waren es auch, die das, was im Glas fehlt, gegessen haben. Seither schiebe ich das Marmeladenglas in meinem Kühlschrank von einer Ecke in die andere und frage mich, wie das Glas je leer werden soll und ob das Gelee nicht doch irgendwann anfängt zu verderben. Aber wegwerfen? Selbstgemachtes? Von Mama? Darf man das? 

Man darf. Sag ich jetzt einfach mal so. Ich sage: Das Johannisbeergelee kann weg.

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Tag 344 - Der Kühlschrankmagnet

Liebe Mama, wie du inzwischen weißt, ist meine Kühlschranktür nicht magnetisch. Deshalb kann der Kühlschrankmagnet weg. Er wird bei der Weihnachtsfeier verwichtelt, hoffentlich an eine Person mit magnetischer Kühlschranktür.

Dienstag, 9. Dezember 2014

Tag 343 - Die schwarze Sweatjacke

Kürzlich suchte ich was Kompententes zum Anziehen. Mein Kleiderschrank gibt in dieser Hinsicht nicht sonderlich viel her: Mein letztes Jackett hab ich am 21. Februar aussortiert, und das war auch eher kitschig als kompetent. Da fiel mir wieder die schwarze Sweatjacke in die Hände, die ich im vorigen Jahr von Nicole geswapt habe. Ein hübsches, jackettartiges Jäckchen, genau richtig zwischen casual und schick. 

Nur nicht an mir. Die Ärmel sind mindestens zehn Zentimeter zu lang. Da man das Jäckchen offen trägt, kann es eigentlich gar nicht "nicht passen".  Aber wenn ich die Sache mal schonungslos ehrlich betrachte, muss ich zugeben: Das Jäckchen würde besser sitzen, wenn es ein wenig größer wäre. So steht es mir nicht. Ich hab dann was anderes Kompetentes zum Anziehen in meinem Schrank gefunden. Und das Jäckchen kann weg.

Montag, 8. Dezember 2014

Tag 342 - Die Battlestar-Galactica-DVDs

Heute ist mal wieder was zu verbloggen, das mir gar nicht gehört: Diese DVDs gehören meinen Freunden Höve und Birte aus Husum. Als sie mir die ausliehen, wohnten sie allerdings noch in Schleswig. Das ist schon eine Weile her. Leider schaffen wir es nicht so oft, uns zu sehen, wie wir uns alle wünschen, aber das ist nicht der Grund, warum ich die DVDs immer noch habe: Ich hab sie noch nicht angesehen.

Ich bin ein Serienjunkie, und auch, wenn ich sonst eher auf Krimi gebucht bin als auf Science Fiction, hab ich schon als Kind gern Star Trek gesehen und später alle Staffeln Babylon 5. Ich hab mit Battlestar Galactica angefangen, aber weit bin ich nicht gekommen. Seitdem liegen die DVDs bei mir rum, und ich mochte sie nicht zurückgeben, denn dann wär ja sicher die Frage gekommen: Und, wie fandest du's? Was sollte ich denn dann sagen? Ich weiß jetzt, eine ehrliche Antwort ist die beste: Die Serie war irgendwie nix für mich. Sie kann weg zurück.

Sonntag, 7. Dezember 2014

Tag 341 - Die Glitzerstrümpfe

Es weihnachtet sehr bei daskannweg! Deshalb gibt's heute Glitzerstrümpfe, die ich mir mal in einem Zustand geistiger Umnachtung gekauft haben muss. Denn erstens kratzen sie wie blöd und zweitens find ich Strumpfhosen viel praktischer, weil wärmer und bequemer. Die Glitzerstrümpfe können weg.

Samstag, 6. Dezember 2014

Tag 340 - Die Foto-Klebepads

Die Foto-Klebepads hab ich aus den Tiefen meiner Regal-Kartons geborgen, ebenso wie schon die fernbedienbaren Steckdosen und die Bedienungsanleitungen.

Ich finde es unerwartet schwierig, mich von dem Zeug in den Regal-Kartons zu trennen. Vieles von dem, was ich dort finde, scheint mir doch aufhebenswert. Es gibt einen Karton mit Elektrokram, einen mit Fotokram, einen mit Bedienungsanleitungen, einen mit derzeit nicht angeschlossenen Stereoanlagen-Boxen und den dazugehörigen Kabeln, einen mit Erinnerungsstücken und einen mit Chornoten. Inzwischen hab ich alles einmal betrachtet, bei manchem schwanke ich noch, doch das meiste möchte ich definitiv behalten.

Die Klebepads allerdings können weg. Denn Fotos hab ich seit Jahren nicht mehr eingeklebt und werd es wohl in Zeiten der digitalen Fotografie auch nicht noch mal tun. Das kann man jetzt irgendwie schade finden, aber das bloße Vorhandensein von Foto-Klebepads in meinem Haushalt hat mein Einklebe-Bedürfnis bisher auch nicht gefördert, was soll ich also damit?

Freitag, 5. Dezember 2014

Tag 339 - Das Nora-Roberts-Buch

Ich hab mir einen neuen Krimi gekauft, also muss ein alter weg, denn die Krimi-Regalfächer sind schon wieder voll. Nora Roberts schreibt eigentlich Schnulzen, und zwar sehr viele und sehr erfolgreiche. Ich hätte mir das Buch wohl nicht gekauft (ich hatte es, glaube ich, mal von Mama zu Ostern geschenkt bekommen), fand es aber doch unterhaltsam und wider Erwarten sogar ganz spannend - man darf's halt nur nicht ernst nehmen.

Ich zitiere aus dem Klappentext: "Fiona Bristow lebt als Hundetrainerin und Mitglied einer Hunderettungsstaffel auf der idyllischen Orcas Island vor der Küste Seattles. Keiner weiß, dass die Insel Fionas Refugium ist, um einen Albtraum zu vergessen. Sie ist die einzige Überlebende eines Serienkillers, der junge Frauen mit einem roten Schal erwürgte und auch Fionas Verlobten ermordete.

Mit Fionas Ruhe ist es vorbei, als der knurrige Künstler Simon mit seinem Hund Jaw in ihr Leben stolpert. Simon wollte nie einen Welpen, und definitiv will er keine Frau. Als Fiona mit Jaw trainiert und Simon lernt, sowohl Hund als auch Trainerin mehr und mehr zu schätzen, bricht die Vergangenheit in Fionas Leben ein. Fionas Verfolger sitzt im Gefängnis, aber eines ist klar: Er hat einen Schüler, draußen in den Wäldern von Orcas, der nur ein Ziel hat – den roten Schal um den Hals der Frau zu schlingen, die damals entkommen ist …"

Herrlicher Schund also, um es kurz zu machen. Kann natürlich weg, denn ich werd's nicht noch mal lesen. Wer will?

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Tag 338 - Die Plätzchen- Ausstecher

Jedes Jahr am Samstag vorm ersten Advent backen wir Plätzchen, das ist seit Jahren Tradition. Vom Backwahn des vorigen Wochenendes liegt nun noch eine große Tüte mit Plätzchen-Ausstechern bei mir in der Küche. Ich hab so viele Plätzchen-Ausstecher, ich könnte sicher mehrere Bleche Plätzchen ausstechen, ohne einen Ausstecher zweimal verwenden zu müssen. Dabei steche ich gar nicht gern aus - das ist mir viel zu viel klebriges Gefummel. Lieber forme ich mit der Hand Kugeln oder Kipferl, portioniere mit dem Löffel oder schneide Plätzchen von der Rolle, so wie meine geliebten Orangen-Ingwer-Heidesand.

Schnell war klar: Einige Plätzchen-Ausstecher können weg. Ich hab mich für die großen entschieden - denn wenn Ausstech-Plätzchen, dann bitte kleine, damit man noch eine zweite (oder dritte ... oder vierte ...) Sorte probieren kann. Außerdem mag ich lieber die klassischen Formen: Herzen, Sterne, Monde ohne Nasen. Wenn man keine Lust hat, seine Plätzchen aufwändig mit Zuckerguss zu verzieren, kann man den Engel und den Weihnachtsmann eh nicht voneinander unterscheiden, und den springenden Hirsch erkennt man gleich gar nicht. Helene, wollt ihr die Ausstecher haben?

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Tag 337 - Das rote Tüchlein mit den weißen Punkten

Höchste Zeit, mal wieder eins meiner zahlreichen Halstücher auszusortieren - das letzte Mal ist immerhin schon fünf Monate her. Es ist eigentlich weniger ein Halstuch als vielmehr ein Halstüchlein: klein, quadratisch, zart und gepunktet. So was trugen wahrscheinlich elegante Damen in den 50er-Jahren. Mir fehlt offenkundig die Fähigkeit, so ein kleines Tüchlein mit Stil zu tragen. Deshalb lag es schon lange im Schrank. Und nun kann es weg.

Dienstag, 2. Dezember 2014

Tag 336 - Das kleine Schwarze

Auch wenn ich im Alltag meistens mit Jeans und T-Shirt rumlaufe: Ich liebe Kleider. Ich liebe die Idee, ein Kleidungsstück anzuziehen und fertig zu sein. Schön zu sein. Deshalb hab ich diverse kleine Schwarze im Schrank. Vier, um genau zu sein (eins ist eigentlich eher ein kleines Anthrazitfarbenes), ich war kurz nachzählen. Ich bin eigentlich der Meinung, es müsste noch ein fünftes geben, aber das finde ich gerade nicht.

Das kleine Schwarze, um das es heute geht, ist schulterfrei und knielang. Ich hab es vom Kleidertausch und kein einziges Mal getragen. Weil die Zahl der Anlässe, bei denen ich ein kleines Schwarzes tragen könnte, in meinem Leben begrenzt ist. Weil ich schulterfrei nicht hundertprozentig vorteilhaft finde. Und weil mir meine anderen kleinen Schwarzen besser stehen. Dieses kann weg.

Montag, 1. Dezember 2014

Tag 335 - Die Schokokugeln

Diese drei Schokokugeln hab ich Anfang März in Costa Rica gekauft, in einem Bribri-Dorf nahe der Grenze zu Panama gekauft. Die Bribri sind das, was man politisch korrekt ein "indigenes Volk" nennt: Sie leben mitten im Dschungel, ihr Dorf ist nur mit dem Boot erreichbar, Strom gibt es nur sporadisch, alle tragen Gummistiefel, und auch wenn ab und zu ein Arzt vorbeikommt, fragen sie gern den Schamanen um Rat. Ab und an beherbergen sie Touristen wie mich, die sich dieses fremde Leben mal für ein paar Tage anschauen wollen. Davon leben sie.

Die Bribri bauen Kakao an. Ich hab in ihrem Dorf frische Kakaobohnen direkt aus der Schote gegessen. Ich hab selbst den Fleischwolf gedreht, mit dem die Dorfbewohner die Kakaobohnen mahlen, um Kakaomasse herzustellen. Danach war es nur noch ein kleiner Schritt bis zum Kauf von drei Kakaokugeln, das Stück für einen Dollar.

Man kann die Kugeln auflösen und Kakao draus kochen, haben sie uns gesagt. Oder mit süßer Kondensmilch eine Creme draus anrühren. Hat alles wahnsinnig gut geschmeckt unter der Sonne Costa Ricas. Hab ich natürlich nie gemacht hier zuhause in der grauen Realität, in der ich etwa einmal im Jahr Kakao trinke und mir nicht viel aus Desserts mache. Ob ich schon in dem Moment, als ich die Kakaokugeln kaufte, wusste, dass ich sie sehr wahrscheinlich nicht benutzen werde? Wahrscheinlich. Macht auch nichts, ich kann die drei Dollar verschmerzen, und den Dorfbewohnern helfen sie hoffentlich weiter. Aber ich muss die Kugeln nicht aufbewahren, wenn ich sie nicht verwenden will. Sie können weg.


Tag 334 - Die fernbedienbaren Steckdosen

Fernbedienbare Steckdosen? Ja, ihr habt richtig gelesen. Und soll ich euch mal was sagen? Eigentlich halte ich fernbedienbare Steckdosen für eine richtig gute Sache. Ich hatte mal zwei, da waren meine Stehlampen dran angeschlossen. Damals musste man nie zwischen Sofa und Stereoanlage rumkriechen und den An-/Aus-Schalter der Lampe suchen! Ein Klick, und es wurde Licht.

Als die Fernbedienung irgendwann nicht mehr funktionierte, besorgte ich mir ein neues Set, aber trotz wiederholter Versuche krieg ich es nicht zum Laufen. Dass ich durchaus in der Lage bin, fernsteuerbare Steckdosen zu programmieren, hab ich in der Vergangenheit bewiesen, daher nehm ich an, die Dinger haben eine Macke. Trotzdem stopfte ich sie erst mal in die Olle-Elektronik-Kiste - sie nicht zum Laufen zu kriegen, kam mir vor wie ein Scheitern. Und das mit dem Scheitern hab ich hier ja schon mal dargelegt.

Vielleicht gehen sie ja doch und ich krieg's nur nicht hin. Aber wisst ihr was? Mir doch egal. Die Dinger haben mich lange genug genervt. Ich hab lang genug Zeit damit vergeudet, auf ihnen rumzudrücken, ohne dass sie funktionierten. Und nun liegen sie schon viel zu lange hier rum. Sie können weg. Und ehrlich gesagt, ich brauch auch keine anderen - es geht auch ohne.

Samstag, 29. November 2014

Tag 333 - Die kleinen Marmeladengläser

Jedes Jahr am ersten Adventswochenende kommt meine Mama und wir backen Plätzchen. Mit dabei sind zwei Freundinnen von mir und inzwischen auch die Kinder der einen. So ist es Tradition. Ebenfalls Tradition ist, dass Mama meinen Freundínnen selbstgekochte Marmelade mitbringt.

So war's auch dieses Jahr - für mich ein willkommener Anlass, Mama ein halbes Dutzend kleine Marmeladengläser zu überreichen. Die nämlich können weg, das ist auch mir klar. Ich schaff es aber offensichtlich einfach nicht, sie gleich in den Glasmüll zu werfen, das kommt mir falsch vor: Die sind doch noch gut! Ich muss sie immer erst ausspülen und aufbewahren, falls man sie doch noch mal brauchen könnte. Offensichtlich eine Macke, die nicht wegzukriegen ist, denn erkannt hab ich sie bereits am 23. Juni, und die Gläser, die ihr hier seht, haben sich seitdem angesammelt.

Ich werte es als kleinen Erfolg, dass der Gläserhort umgezogen ist: vom Fach über der Dunstabzugshaube ins ziemlich kleine Fach über dem Gewürzfach. Da ist nur halb so viel Platz. Zuletzt war es schon ziemlich schwierig, neue Gläser im Fach zu platzieren (weil voll, da sind auch noch leere Teedosen und Vorratsgläser drin). Und immer wenn das Fach voll ist, wird es künftig heißen: Die können weg.

Freitag, 28. November 2014

Tag 332 - Das rotweiß geringelte T-Shirt


Für jedes neue Teil im Kleiderschrank muss ein altes gehen! So oder so ähnlich predigen schlaue Leute, und wir alle wissen, dass sie recht haben, denn würden wir nicht zumindest ein Stück weit so verfahren, wir müssten dauernd neue und größere Kleiderschränke kaufen.
 
Nun war ich am Dienstag in der Stadt, weil ich mir eine kuschelige warme Strickjacke kaufen wollte. Die scheinen gerade mächtig Trend zu sein, Fakt ist jedenfalls, dass meine Kolleginnen beneidenswerterweise alle eine haben und ich auch eine will. Eine neue Strickjacke hab ich dann allerdings nicht mit nach Hause gebracht, sondern: drei Unterhemden und zwei (Unterzieh-)-T-Shirts, eins davon geringelt. Die Gelegenheit ist günstig wie nie, mich endlich mal von dem rotweiß geringelten T-Shirt zu trennen.

Ich mag rotweißgeringelte T-Shirts, ich mag sie wirklich. Ich habe dieses auch schon viele dutzende Male getragen. Irgendwann sah ich mal ein Foto von mir in diesem T-Shirt und dachte: Diese aufgeplusterten Ärmel sind wirklich nicht vorteilhaft. Ich trug es lange gar nicht und dachte drüber nach, es auszusortieren. Aber weil ich rotweißgeringelte T-Shirts so gut finde, hab ich es in letzter Sekunde doch immer wieder vom Altkleiderstapel runtergenommen. Jetzt hab ich neue T-Shirts, das eine ist zwar nicht rotweiß, aber rotblau geringelt - das ist mindestens genauso schön und gleich noch eine nostalgische Reminiszenz an den blauen Pullover mit den roten Streifen. Und das rotweoß geringelte T-Shirt kann weg.

Donnerstag, 27. November 2014

Tag 331 - Die Bedienungsanleitungen

Kürzlich suchten der Liebste und ich ein Kabel für meine Kamera. Meine Kabel bewahre ich in einem Karton auf dem Bücherregal auf, und da der Liebste ein Stückchen größer ist als ich, musste er den Karton vom Regal runternehmen. Und dann noch einen. Und noch einen. Und noch einen. Und ich begann mich zu schämen. Und darüber nachzudenken, wie es eigentlich sein kann, dass ich nach nahezu einem Jahr Ausmisten immer noch acht Kartons mit Kram auf meinem Regal stehen habe. Ich werde die in den nächsten Tagen öffnen und reinschauen. Mal sehen, was ich da so finde.

Den Anfang macht der Karton mit den Bedienungsanleitungen. Ja, dafür habe ich einen eigenen Karton! Und wenn man einen eigenen Karton für etwas hat, dann bewahrt man auch Dinge darin auf - so lange, bis er irgendwann voll ist, unabhängig davon, ob man die Dinge noch braucht oder nicht. Es ist erstaunlich, was sich auf diese Weise alles ansammelt: Garantiekarten zu Gegenständen, die ich schon deutlich länger besitze als die zwei Jahre Garantiefrist, oder Erläuterungen zu Mainboards aus alten, längst verschrotteten PCs oder Handys und zum Elektrogrill, den ich mal verliehen und nie zurückbekommen habe.

Aber das Schönste in dem Karton sind eigentlich die Anleitungen zu Geräten wie Bügeleisen, Monitoren oder Handmixern. Ernsthaft, der Mixer hat genau drei Tasten: Geschwindigkeit, Schneebesen auswerfen und Turbo. Ich hab noch nie das Bedürfnis verspürt, in dieser Anleitung zu schmökern, und das wird sicher auch nicht mehr passieren. Falls doch, kann ich die Anleitung sicher im Internet runterladen.

Mittwoch, 26. November 2014

Tag 330 - Der Weihnachtsmann

Den Weihnachtsmann aus Holz mit den komischen Drahtgliedmaßen finde ich gar nicht mal so niedlich, wie ich ihn wahrscheinlich finden sollte. Da hab ich wirklich schönere Weihnachtsdeko. Er kann weg.

Dienstag, 25. November 2014

Tag 329 - Die Buttons

Manchmal muss man Rückschläge hinnehmen. Das gilt fürs Ausmisten ebenso wie für Diäten, Sport oder andere gute Vorsätze. Werbegeschenke mit Markenaufdruck wollte ich eigentlich keine mehr nehmen, weil sie nur rumliegen und ich keine Lust hab, mich für einen Pfennigartikel mit einer Sache gemein zu machen.

Ins Wanken geriet dieser Vorsatz offenkundig im Frühsommer, denn die Sache war eine gute und der Urheber der Sache war niemand anderes als mein Arbeitgeber: Ich rede von der Aktion "Schön genug" der BRIGITTE. Mit "Schön genug"-Buttons ein Zeichen setzen gegen den Schönheitswahn - nette Idee, eigentlich. Ich griff zu. Ich meine, ich hätte sogar noch einen dritten Button, einen rosafarbenen, mitgenommen, aber wo der ist, weiß ich nicht mehr. Keinen der zwei, oder auch drei Buttons jedenfalls hab ich seitdem getragen, und verspüre auch keinen Wunsch, das zu ändern.

Das Wichtigste an Rückschlägen ist, dass man trotzdem weitermacht. Ich mach weiter - und die Buttons können weg.

Montag, 24. November 2014

Tag 328 - Sternenfahrer von Catan

Ihr Lieben, heute geht es nicht nur um die Sternenfahrer von Catan, sondern noch um etwas ganz anderes: blinde Flecken.

Schon an Tag 28 dieses daskannweg-Jahres trennte ich mich von Sternenschiff Catan - mit der hellsichtigen Begründung: seit Jahren ungespielt im Schrank. Zu Sternenfahrer habe ich damals eigentlich schon alles geschrieben, was es zu schreiben gibt: "eine Weiterentwicklung des Siedler-Brettspiels (nur im Weltraum)". Man kann es nur mit drei bis vier Spielern spielen und braucht 120 Minuten Zeit dafür. Ich hab's mal geschenkt bekommen, wahrscheinlich war es sogar ziemlich teuer. Ich schätze, die Male, die es gespielt wurde, kann ich an einer Hand abzählen. Ich schätze weiterhin, dass das letzte Mal mehr als zehn Jahre zurückliegt. Seitdem gilt für Sternenfahrer ebenso wie für Sternenschiff: ungespielt im Schrank.

Inzwischen sind meine Spiele umgezogen, vom Schrank ins Regal. Ich schaue jeden Tag darauf. Und trotzdem befindet sich Sternenfahrer von Catan an Tag 328 immer noch ebenda: im Regal. Wie konnte das nur passieren? Das Spiel misst 29,5x29,5x11 Zentimeter - man sollte meinen, es sei schwierig, es zu übersehen. Die Schachtel wiegt 2121 Gramm - ich habe nachgewogen - und enthält 100 Rohstoffkarten, 32 Begegnungskarten, 16 Freundschaftskarten, 24 Bordkanonen, 24 Antriebe, 20 Frachtringe, 40 Ruhmesringe, 36 Kolonien, 28 Handelsstationen, 12 Raumhafenringe, 12 Transporter, 38 Ertragsplättchen und weiteren Kram, ich bin zu faul, das alles abzutippen.

Ich hab mal was über Kaufhausdiebe gelesen, die vom Kaufhaus engagiert wurden, um dort zu klauen. Damit sollte überprüft werden, ob die Kaufhausdetektive ordentlich arbeiten. Diese bestellten Diebe jedenfalls klauten ein Doppelbett, indem sie es völlig offen durch alle Abteilungen raustrugen. Niemand hielt sie an, weil alle dachten, wenn die das so offensichtlich machen, dürfen die das.

So ähnlich muss es auch mit Sternenfahrer von Catan gewesen sein: Offen im Regal stehen war seine beste Tarnung. Keine gute Erklärung, das gebe ich zu, aber die einzige, die ich habe dafür, dass das Spiel so hartnäckig durchs daskannweg-Raster gerutscht ist. Tatsächlich saß ich vor kurzem mit meiner Freundin Steph beim Mittagessen und klagte, es werde langsam schwieriger, noch interessante daskannweg-Objekte zu finden. Ich erzählte, wie ich in meiner Wohnung umhergehe, Schränke aufmache und Schrankinhalte begutachte, auf der Suche nach Ausmistbarem. Sie schwieg kurz und sagte dann: Hast du Sternenfahrer von Catan noch? Ich sagte: Hm, ich weiß gar nicht, aber ich glaube nicht. Ging nach Hause, schaute in mein Regal - und da stand es. Und ich wusste, was ich im Grunde längst wusste: Das Spiel kann weg.

Sonntag, 23. November 2014

Tag 327 - Warum Männer nicht zuhören und Frauen nicht einparken können

Das Buch "Warum Männer nicht zuhören und Frauen nicht einparken können" ist von Allan und Barbara Pease. Nach Jahren habe ich dieses Buch nun zum zweiten Mal gelesen. Anfangs fand ich es noch recht spannend, dann wird es immer platter und unnötig ausgedehnt, wie das häufig mit pseudowissenschaftlichen Büchern ist, die aus Amerika kommen. Zeitweise hat es richtig genervt. 

Da es Ende der Neunziger zum erstmalig erschien (diese Ausgabe ist von 2004), ist sowieso die Frage, ob es inzwischen neue Erkenntnisse zu diesem Thema gibt. Das Buch kann also definitiv weg!

Samstag, 22. November 2014

Tag 326 - Der Joe-Cocker-Schlüsselanhänger mit Lämpchen

Habe neulich den Joe-Cocker-Schlüsselanhänger mit Lämpchen gefunden, den ich anlässlich des Konzerts 1997 in Köln bekam. Das Konzert hat mich damals nicht vom Hocker gerissen, wirkte alles sehr abgespult, mit wenig Leidenschaft. Aber die Lampe funktioniert erstaunlicherweise immer noch!

Allerdings brauche ich keinen beleuchteten Schlüsselanhänger, vor meiner Haustür ist es immer hell genug. Er kann also weg.

Freitag, 21. November 2014

Tag 325 - Die Basteule

Die Basteule, die ich erinnere, seit ich mich erinnern kann und die früher immer in einer Ecke des Wohnzimmers saß, hat die letzte Zeit auf dem Spiegel im Flur sitzend verbracht.

Eigentlich mag ich sie irgendwie, ist halt ein Erinnerungsstück aus meiner Kindheit, aber eigentlich mag ich sie auch irgendwie nicht – Staubfänger. Jedenfalls kann sie weg.

Donnerstag, 20. November 2014

Tag 324 - Die Mokkatasse

Eigentlich wollte ich die kleine, weiße Mokkatasse noch aufheben; ich fand sie immer süß und stellte mir vor, dass einmal mein Enkelkind daraus trinkt. Aber heute habe ich das Regalfach im Buffet umgeräumt und da störte sie, war einfach zu viel.

Ein Enkelkind ist nicht in Sicht und wenn es irgendwann mal da sein sollte und Kakao trinken möchte, kann es auch meine frühere Kindertasse benutzen. Die Mokkatasse kann also weg.

Mittwoch, 19. November 2014

Tag 323 - Der Schmetterlingsteelichthalter

Den Schmetterlingsteelichthalter finde ich immer noch hübsch, aber ich benutze ihn nie. Das liegt daran, dass das Design ausgesprochen sommerlich ist; ich finde aber, Teelichter passen nicht so richtig in diese Jahreszeit.

Der Schmetterling kann also weg; ich hoffe, jemanden zu finden, dem er Freude bereitet.

Dienstag, 18. November 2014

Tag 322 - Der Eierschalensollbruchstellenhersteller

In einer meiner Küchenschubladen befand sich der Eierschalensollbruchstellenhersteller, den mir ein Bekannter mal vor Jahren, wahrscheinlich aus Verlegenheit, zum Geburtstag geschenkt hat. Habe ihn mal ausprobiert und er ist ganz witzig, aber brauchen tue ich ihn nicht, zumal wir so gut wie nie Frühstückseier essen.

Er kann also weg und kommt in die Kiste für Geschenke – wenn man mal nichts Besseres hat, sozusagen aus Verlegenheit.

Montag, 17. November 2014

Tag 321 - Elisabeths Top 5

Wie froh war ich, als ich Anfang Mai durch Zufall den das-kann-weg-Blog entdeckte! Ich wusste sofort: Das ist die ideale Methode, mich endlich von Dingen zu trennen, die ich schon lange nicht mehr haben möchte, aber die ich auch nicht loslassen konnte. Mir gefällt die Art des "Abschiednehmens": ein Foto machen, sich an die Geschichte des jeweiligen Gegenstandes erinnern und dann eine gute Begründung haben, warum der aber weg kann.

Ich habe gleich damit angefangen und bin nun bei Tag 150 angelangt; eine schöne Zahl, wie ich finde, um mich auch einmal zu Wort zu melden.

Es ist unglaublich, was sich alles in Schubladen, Regalen, Schränken befindet, ohne je benutzt zu werden. Ich bin in den letzten 15 Jahren dreimal umgezogen und habe alle diese Dinge immer wieder mit mir herum geschleppt.

Ich habe eine Hitliste der fünf Sachen - in aufsteigender Reihenfolge - verfasst, die am längsten vergeblich auf ihre Benutzung gewartet haben:

Die farbigen Weingläser, die bei meinen Eltern "für gut" in der Vitrine standen, aber - soweit mich mich erinnere - nie benutzt wurden, stehen auch bei mir seit mehr als 13 Jahren im Schrank, ebenfalls unbenutzt. Ein einziges Mal habe ich aus einem von ihnen Rotwein getrunken, danach nie wieder. Das liegt auch daran, dass ich das Design eigentlich unappetitlich finde; es reizt mich nicht, daraus etwas zu mir zu nehmen.

Die Spiegelreflexkamera mit Zoom-Objektiv ist mindestens 22 Jahre lang nicht benutzt worden. Ich wollte sie eigentlich verwenden, um mich mit Fotografie zu beschäftigen. Nicht wegen der Fotografie, sondern weil es mir immer so imponiert hat, wenn Leute mit großen Kameras umgehen können und weil es toll aussieht, wie sie am Objektiv drehen, um die Schärfe etc. einzustellen. Mein Mann hatte schon Filme für mich besorgt, die haben inzwischen das Verfallsdatum lange überschritten. Und dann habe ich mir überlegt, dass Filme-Entwicklung-Abzüge-machen im Zeitalter der digitalen Fotografie viel zu umständlich und teuer ist. Ich werde es also nie tun.

Der Fächer, den ich aus Andalusien mitgebracht habe, lag seit 24 Jahren in der Schublade.

Ein Quirl. Als ich vor 32 Jahren als Studentin meine ersten Küchenutensilien kaufte dachte ich, so ein
Quirl gehört in jede Küche, sozusagen als Basisausrüstung.Tja, hat wohl nicht gestimmt; kann mich nicht erinnern, ihn je benutzt zu haben.

Den Rekord hält jedoch sicher eine winzige Springform. Die besitze ich seit meiner Kindheit (wie lange das her ist, verrate ich jetzt nicht). Sie ist, soweit ich weiß, nur ein einziges Mal ausprobiert worden. Wahrscheinlich ist der Mini-Kuchen sogar angebrannt.

Ein Problem, das sich auch mir stellt, ist die Frage: Wohin mit dem ganzen Kram? Das Meiste davon ist zu schade, um es einfach wegzuwerfen. Einiges steht immer noch an seinem Platz, obwohl ich es innerlich schon losgelassen habe. Aber vieles habe ich verschenkt (Freundinnen und Verwandte, Bücherkiste, Kleiderkammer) oder per Inserat verkauft. Ein nicht unbeträchtlicher Teil wartet in mehreren Kisten darauf, zum Flohmarkt gebracht zu werden. Dafür ist es dieses Jahr in Anbetracht der fortgeschrittenen Jahreszeit wohl schon zu spät. Aber ich bin überzeugt davon, dass nach und nach alle Dinge ihrer neuen Bestimmung zugeführt werden, die hoffentlich eine andere ist, als bei mir unbenutzt ein trauriges, unbeachtetes Dasein zu fristen.

Jedenfalls werde ich weiter fröhlich ausmisten!
Elisabeth