Freitag, 31. Januar 2014

Tag 31 - Das rotweiß-gestreifte Halstuch

Gestreiftes finde ich toll, Rotes finde ich auch toll. Ich wollte lange ein Halstuch mit Rot drin haben, bis ich irgendwann dieses fand. Warum ich es trotzdem nicht anziehe? 

Gute Frage. Ich finde mich irgendwie spießig damit. Haltet ihr mich für verrückt, dass ich das finde? Vielleicht ist es mir auch zu matrosenhaft. Oder rot und Streifen brauchen mehr Fläche. Ach. Keine Ahnung. Ich muss den Grund nicht verstehen. Fakt ist: Ich trage es nicht. Das Halstuch kann weg.

Donnerstag, 30. Januar 2014

Tag 30 - Die Serviettenringe aus Edelstahl

Wenn ich heute über diese Serviettenringe rede, muss ich auch über Gier und mangelnden Stil reden. Fangen wir mit dem mangelnden Stil an.

Wer stilvoll seinen Tisch deckt, benutzt Stoffservietten. Und eine Stoffserviette ist auch die einzige Serviettenart, die sich in einem Serviettenring nicht komplett lächerlich ausnimmt. Wer Zweifel an dieser These hat, möge doch bitte einfach das oben stehende Bild betrachten.

Ich habe keine Stoffservietten. Wohl aber habe ich diese Serviettenringe von Wilkens, die ich mal beim Weihnachtswichteln bekommen habe. Es sind nur zwei, sie sind aus Edelstahl, und sie haben sogar einen Namen. Sie heißen "Romeo und Julia", was irgendwie logisch ist, denn es sind nur zwei, man verwendet sie wohl fürs romantische Candlelight-Dinner zu zweit, und irgendwie peinlich, wer will schon Serviettenringe, die "Romeo und Julia" heißen. Gibt es überhaupt Leute, die romantische Candlelight-Dinner mit Stoffservietten und Serviettenringen machen? Vielleicht gibt es sie, aber ich gehöre nicht dazu. So viel also zum mangelnden Stil.

Dass die Serviettenringe weg können, fiel mir schon im vorigen Sommer auf. Ich packte sie in die Flohmarktkiste. Ich hatte große Hoffnungen auf die Serviettenringe gesetzt, immrhin steht "Silbermanufaktur" auf der Schachtel, und wie jeder weiß, sind die Flohmärkte voll mit professionellen Edelmetalljägern.

Die allerdings lassen sich von einem solchen Aufdruck nicht foppen, und so interessierte sich auch keiner von denen für meine Serviettenringe. Eine Menge anderer Leute tat das, weshalb ich viele Fragen beantworten musste. Ob das Ohrringe seien? Oder Armreifen? Man hielt sie sogar für Maschinenteile.

Haben wollte die Serviettenringe nur eine einzige Frau. Sie bot mir 3 Euro dafür an. Ich wollte 4. Unbenutzt, sagte ich, von Wilkens, sagte ich, Silbermanufaktur, sagte ich. Das Geschäft kam nicht zustande. Zuhause googelte ich den Neupreis der Serviettenringe: 19,90 Euro. 3 Euro wären okay gewesen. Aber ich war gierig gewesen, hatte mehr gewollt. Nun habe ich die Serviettenringe immer noch. Sie können weg.

Mittwoch, 29. Januar 2014

Tag 29 - Das kleine Englisch-Wörterbuch

Der technische Fortschritt macht manche Dinge überflüssig. Lilliput-Wörterbücher gehören dazu. Wenn ich heute ein Wort nachschlagen will, schaue ich im Internet nach. Sicherlich schaue ich jedenfalls nicht in ein Lilliput-Wörterbuch.

Ohnehin frage ich mich, ob mir dieses Wörterbuch je zu Nutzen war. Es ist nämlich nur Deutsch-Englisch - wenn ich ein englisches Wort nicht weiß, kann ich es immer noch umschreiben, schwieriger wäre es andersrum, wenn ich ein englisches Wort nicht verstehe und keinen fragen kann.

Dass das Wörterbuch außerdem nur 9000 Stichwörter hat, macht es noch unnützer. Für so ein kleines Wörterbuch ist mein Wortschatz zu groß. Allein die Vorstellung, dieses Wörterbuch in meinen Koffer zu packen und auf Reisen rauszuholen, finde ich skurril. Das ist der wohl beste Beweis dafür, dass das Wörterbuch weg kann.

Dienstag, 28. Januar 2014

Tag 28 - Sternenschiff Catan

Es gibt Dinge, die muss man nicht besser machen. Die kann man auch nicht besser machen. Aber weil die Leute ständig nach Neuem gieren, wird es trotzdem versucht. Aus diesem Grund gibt es Chips mit Pommes-rot-weiß-Geschmack, hochhackige Turnschuhe und Fluch der Karibik 4.

Auch "Sternenschiff Catan" gehört zu diesen überflüssigen Erfindungen. Es ist eine Weiterentwicklung vom Siedler-Kartenspiel, das wiederum eine Weiterentwicklung des Siedler-Brettspiels ist (nur für 2 Personen). Oder anders ausgedrückt: Es ist eine Weiterentwicklung von "Sternenfahrer von Catan", das wiederum eine Weiterentwicklung des Siedler-Brettspiels ist (nur im Weltraum).

Das Siedler-Kartenspiel liebe ich seit vielen Jahren heiß und innig, auch wenn ich vor Jahren den begeisterten Mitspieler eingebüßt habe und seitdem niemanden finde, der es regelmäßig spielt. Warum ich mal "Sternenschiff Catan" angeschafft habe, wo ich doch mit dem Siedler-Kartenspiel glücklich war? Wahrscheinlich dachte ich: Ist mal was anderes. 

Die Wahrheit ist: Ich fand das Original immer besser. Ich habe immer gedacht: Warum sollte ich Sternenschiff spielen, wenn ich Siedler spielen kann? Ist auch kein Wunder, Mittelalter lag mir sowieso schon immer mehr als Weltraum. Und so steht das Spiel seit vielen Jahren ungespielt im Schrank. Schade drum. Ist eigentlich ein gutes Spiel. Wenn man Weltraum mag. Und wenn man das Siedler-Kartenspiel nicht hat. Das Spiel kann weg.

Montag, 27. Januar 2014

Tag 27 - Die Holzschachteln aus Marokko

Im November 2012 war ich mit zwei Freundinnen in Marokko. Wir haben viel Zeit in den Souks verbracht, erst in Marrakesch, dann in Essaoira. Diese beiden kleinen Holzschachteln sind von dort.
 
Die Souks sind, was den Hirnerweichungsquotienten angeht, noch schlimmer als ein Ausflug bei TigerEs gibt dort ausschließlich Dinge, die man nicht braucht, und die Verkäufer tun alles, um einen vom Gegenteil zu überzeugen. So lange, bis man irgendwann dran glaubt.

Dafür, dass das so ist, hab ich relativ wenig nutzlosen Quatsch mit nach Hause gebracht. Meine Freundinnen waren schlimmer dran als ich: Sie hatten sich damals für nicht wenig Geld Handtaschen gekauft. Die Handtaschen stanken so sehr, dass sie auf dem Balkon des Apartments übernachten mussten.

Die kleinen Holzschachteln stinken ebenfalls, auch jetzt noch, nach 14 Monaten. Ich hatte sie gekauft, weil ich dachte, man könnte da vielleicht mal Gutscheine reintun und sie dann verschenken. Aber stinkende Holzschachteln mag ich nicht verschenken. Die Holzschachteln können weg.



Sonntag, 26. Januar 2014

Tag 26 - Eine Dose voll Oolong-Tee

 

Ich liebe Tee. Einen schönen Sencha, oder eine Tasse Lipton Yellow Label Tea, den besten Schwarztee der Welt. Einen Verveinetee nach dem Essen, Kräutertee am Abend. Ich mag sogar Thymiantee, wenn ich erkältet bin. 

Ich dachte, ich würde auch Oolong-Tee mögen, der ist halbfermentiert, quasi ein Zwischending zwischen Schwarz- und Grüntee. Ich habe mir mal welchen gekauft und in diese Dose getan. Ich habe ihn aufgegossen. Ich mochte ihn nicht - war mir zu rauchig. 

Seitdem steht die Dose in meiner Küche bei den anderen Teedosen. Und zwar schon ziemlich lange. Seht ihr den Staub im Deckelrand?

Inzwischen dürfte der Tee längst kein Aroma mehr haben. Ich kippe ihn in den Müll, wasche die Dose aus und kann sie für anderen Tee benutzen. Für Tee, den ich mag.

Samstag, 25. Januar 2014

Tag 25 - Der apfelgrüne Eiswürfelbehälter

  
 Einen solchen Eiswürfelbehälter gibt es wahrscheinlich in vielen Haushalten. Er ist von Ikea, und er ist wohl das, was man "irgendwie witzig" nennen könnte, wenn man sehr leicht zu beeindrucken wäre. So bunt! Und überhaupt, Eiswürfel mit einem Loch in der Mitte! Was für eine ausgeflippte Idee. 

Sowas in der Art dachte ich wohl auch mal, als ich das Ding kaufte. Doch inzwischen bin ich älter und weiser geworden und habe erkannt: Kein Mensch braucht Eiswürfel mit einem Loch in der Mitte, das Ding ist extrem schlecht sauberzumachen und daher völlig unbrauchbar, um zum Beispiel Kräuter-Eiswürfel oder Sahne-Eiswürfel zu machen. Ich habe mir zwei stinknormale, langweilige Eiswürfelbehälter gekauft. Sie machen viereckige Eiswürfel, die kein Stück ausgeflippt sind. Und soll ich euch was sagen? Das gefällt mir.

Wenn jemand nach mehr Aufregung in seinem Leben lechzt, kann er den Eiswürfelbehälter gern haben. Ansonsten pack ich den auch in die Flohmarktkiste.

Freitag, 24. Januar 2014

Tag 24 - Die Pastagabeln

Ich liebe Nudeln. Ich esse ständig welche. In der Kantine - auch wenn ich mich oft drüber aufrege, dass sie sie zu lange kochen. Allein und auf die Schnelle. Und mit Gästen. Meiner Bolognese eilt inzwischen ein gewisser Ruf voraus. Ich mache sie angelehnt an das Rezept meiner tollen Kolleginnen aus der BRIGITTE-Küche. Aber egal, welche Nudeln ich esse, wann, wo und mit wem: Ich esse sie nie mit einer Pastagabel.Warum eigentlich nicht? Wenn man schon Pastagabeln hat, könnte man sie doch auch zum Pasta-Essen benutzen...

Zumal meine Pastagabeln wirklich toll sind. Sie sind aus gebürstetem Metall, haben flache, breite Stiele (heißt das Stiel? Sicher nicht). Ich glaube, sie sind sogar von WMF. - Sie sind tatsächlich von WMF, steht hinten drauf. Das gebürstete Metall ist Cromargan, steht auch hinten drauf. Die Pastagabeln haben drei strahlenförmige breite Zinken. Wahrscheinlich damit man mehr Spaghetti drauf aufwickeln kann. Hm. Ich habe einen kleinen Mund, so viele Spaghetti auf einmal passen da gar nicht rein. Und man soll ja auch nicht so schlingen.

Ich hab mal mit einem Mann zusammengewohnt. Ich glaube, die Mutter des Mannes hat uns diese Gabeln geschenkt. Ich erinnere mich noch, wie ich damals schon dachte: Braucht man so was? Nach mehr als sieben Jahren Feldversuch kann ich versichern: Nein, braucht man nicht. Die Pastagabeln können weg.

Donnerstag, 23. Januar 2014

Tag 23 - Die kleinen Holzbrettchen


Es gibt einige Dinge in meinem Leben, die kann ich nicht erklären. Dazu gehört die Tatsache, dass sich in meinem Besitz 19 Schneidebretter befinden. Vier sind aus Plastik, zwei aus Glas, fünf aus Resopal. (Ich musste übrigens erst googeln, um rauszufinden, dass Resopal Resopal heißt. Und was das eigentlich ist. Also, falls sich außer mir noch jemand fragt: http://de.wikipedia.org/wiki/Resopal). Die restlichen acht sind aus Holz. Wer um alles in der Welt braucht 19 Schneidebretter?

Trotzdem war's gar nicht so einfach zu entscheiden, welche davon nun gehen müssen. Denn natürlich sind nicht nur verschiedene Materialien dabei, sondern auch verschiedene Größen - ich habe sozusagen ein Brett für alle Fälle. Manche sind hübsch, manche praktisch, manche sind Geschenke.

Am Ende haben diese beiden verloren. Zwei kleine Holzbrettchen, billig und ziemlich schäbig. Ab in den Müll damit.

Mittwoch, 22. Januar 2014

Tag 22 - Die großen weißen Teller

 Die großen weißen Teller habe ich mal auf dem Flohmarkt gekauft. Ich glaube, ich habe sie vor allem gekauft, weil sie so günstig waren - ein richtiges Schnäppchen.

Die Teller haben einen Durchmesser von 35 Zentimetern. Sie sind wirklich riesig. So riesig, dass sie nicht in meinen Schrank passen. Deshalb stehen die Teller auf dem Schrank. Ich bin klein, komm da nur ran, wenn ich einen Stuhl vor den Schrank rücke. Vielleicht hab ich sie deswegen noch nie benutzt. Vielleicht braucht man aber auch einfach keine so großen Teller. So oder so, die Teller können weg.

Dienstag, 21. Januar 2014

Tag 21 - Die gelbe Tasse


In der gelben Tasse wohnten einmal Kugelschreiber. Ich hatte damals zu viele Tassen und zu viele Kugelschreiber, also steckte ich die Kugelschreiber in die gelbe Tasse. Seit dieser Zeit sind unten in der gelben Tasse Spuren von Kugelschreibertinte.

Seit einiger Zeit habe ich einen Schreibtisch mit einer Stifteschublade. Ich brauchte die gelbe Tasse nicht mehr als Stiftehalter. Seitdem steht sie wieder im Schrank bei den anderen Tassen. Jedes Mal, wenn ich sie aus dem Schrank nehme, denke ich: Das ist die Tasse mit dem Kugelschreiberflecken. Will ich da wirklich meinen Tee draus trinken? Ich mache es, aber es nervt mich, dass ich immer wieder daran denke. 

Ich will meine Gedanken nicht an meine Tassen verschwenden müssen. Es gibt so viele Dinge, die es viel mehr wert sind, dass man über sie nachdenkt. Die Tasse muss weg.

Montag, 20. Januar 2014

Tag 20 - Die Essig-Öl-Spender

Die Essig-Öl-Spender hat mir mal einer meiner Ex-Freunde geschenkt, das muss mindestens acht Jahre her sein. Ich finde die Dinger nicht mal hässlich. Ich finde sie sogar halbwegs dekorativ. Aber wer braucht schon Essig-Öl-Spender?

Ich gebe nicht ständig große Essensgesellschaften. Und wenn ich mal Leute zum Essen einlade, stelle ich nicht Essig und Öl auf den Tisch. Warum auch? Wenn ich Salat mache, mach ich ein gescheites Dressing dazu. Dressing kann ich gut. Und wenn ich wirklich mal Olivenöl auf den Tisch stellen sollte, dann in einer Flasche, vielleicht wollen die Leute sich das Etikett angucken.

Ich hatte sogar mal Essig und Öl in die Essig-Öl-Spender reingefüllt, aber der Essig fing irgendwann an zu gammeln. Ich hab den Essig weggeschüttet und alles saubergemacht. Seitdem stehen die Dinger nur rum und fangen Staub. Ab in die Flohmarktkiste mit ihnen.

Sonntag, 19. Januar 2014

Noch mehr PSe, Zahl der Woche - und was Neues: Themenwochen

Es gibt noch mehr PSe zu vermelden:
Der Behälter für Kartoffeln wurde übergeben, ebenso die Becher mit der Erdbeere drauf. Weil Katrins Tassenschrank ebenso voll ist wie meiner, hat sie zwei alte Tassen aussortiert, um Platz für die schönen Erdbeerbecher zu machen. Die alten Tassen hat wiederum Imke bekommen, die das grüne Halstuch dann doch nicht haben wollte. Imke hat sie in ihr Atelier mitgenommen, in dem sie Nähkurse für Anfänger und Fortgeschrittene gibt. Für diese Kurse mache ich an dieser Stelle ausdrücklich Werbung: Geht da hin, die Frau hat sogar mir beigebracht, wie man Schminktäschchen näht!


Über das blaue Laken hat sich Caro gefreut, die mit mir im Chor singt. Mama nimmt die Schale mit den Blüten zurück. Und das niedliche rote Haarband habe ich meiner Freundin Helene mitgegeben. Sie sagte, ihre Tochter sei schon ganz aufgeregt deswegen. Toll.

Die Zahl der Woche ist diese Woche die 19. Ich besitze 19 Gürtel und Gürtelähnliche (das sind diese Stoffstreifen, die bei Röcken und Kleidern und langen Shirts manchmal dabei sind und die man sich um die Taille wickeln soll). Die Gürtel und Gürtelähnlichen bewohnen in meinem Kleiderschrank eine eigene Schublade. Trotzdem hab ich mich ziemlich schwergetan damit, einen von ihnen auszusortieren. Wer das verrückt finden möchte, darf das ausdrücklich gern tun.

Außerdem möchte ich etwas ankündigen, ab morgen gibt's hier nämlich was Neues: eine Themenwoche. Die nächsten sieben Tage widme ich mich ausschließlich überflüssigem Kram in meiner Küche. Eine solche Themenwoche wird es jeden Monat bei "das kann weg" geben - eine Idee der wunderbaren Insa, danke noch mal dafür.

PS - Der silberfarbene Gürtel

Nachdem ich über den silberfarbenen Gürtel gebloggt hatte, bekam ich eine Mail von Jelka. Ob der Gürtel noch da sei? War er.

Jelka hat die Idee von "das kann weg" von Anfang an geliebt, sie war die erste, die was auf meine Facebook-Seite geschrieben hat. Deshalb hab ich mich besonders gefreut, ihr den Gürtel zu geben.


Sie hat mir dieses Foto geschickt. Und dazu geschrieben: "TAUSEND DANK!!! Ich liebe den Gürtel". Na klar liebt sie den - Jelka liebt alles, was glitzert. Das sieht man auch an ihrer tollen metallicblauen Strickjacke.

Da fällt mir ein, was meine Freundin Insa diese Woche sagte - eine Weisheit, die sie von ihrer amerikanischen Gastmutter hat: "One man's trash, another man's treasure." Gilt offensichtlich auch für Frauen.

Tag 19 - Die silberne Kette mit den pinkfarbenen Kreisen

Ich trage so gut wie nie Schmuck. Früher war das mal anders, und aus dieser Zeit stammt diese Kette. Sie ist silbern und hat pinkfarbene Kreise, Modeschmuck, sie kann nicht teuer gewesen sein, trotzdem hab ich sie früher gern mal getragen, "für schick".

Ist das hier eigentlich wieder "Radiant Orchid"? Ich glaube nicht (und meine Kamera kann immer noch keine Pinktöne). Was ich außerdem nicht glaube, ist, dass ich in nächster Zeit wieder anfangen werde, Schmuck zu tragen. Und selbst wenn, dann kaufe ich mir vielleicht lieber welchen, der mir jetzt gefällt, und trage nicht welchen, der mir vor Jahren mal gefallen hat. Die Kette kann weg. Ab in die Flohmarktkiste damit!

Samstag, 18. Januar 2014

Tag 18 - Das Steakbesteck



Ich bin weiß Gott keine Vegetarierin, wer mal mit mir essen war, weiß das. Aber wenn ich zuhause koche, sind große Stücke Fleisch die ganz große Ausnahme. Ich schätze, ich hab vielleicht dreimal in meinem Leben selber Steaks gebraten. Und da hab ich ganz sicher nicht dran gedacht, dieses Steakbesteck auf den Tisch zu legen. Denn diese Male waren was Besonderes. Und zu besonderen Anlässen decke ich den Tisch nicht mit Steakbesteck mit Werbeaufdruck.

Die Steakmesser gab es mal dazu, wenn man eine Kiste Kapuziner Weizen kaufte. Das trinken meine Eltern immer. Es gab außerdem Schneidebretter dazu, die benutze ich jeden Tag, trotz des Aufdrucks. Ich bin wohl einfach keine Steakbesteck-Benutzerin.

Freitag, 17. Januar 2014

Tag 17 - Der Spiegel

Der Spiegel ist von Ikea. Er hat einen breiten Rahmen aus unlackiertem Holz, wahrscheinlich Kiefer, und er misst – ich hab nachgemessen – 145 mal 45 Zentimeter. Der Spiegel steht seitlich an meinen schmalen Esszimmerschrank gelehnt. Vor ein paar Jahren hab ich mal mit einem Mann zusammengewohnt. Wir hatten einen sehr langen Flur. Da hing der Spiegel quer an der Flurwand. Wahnsinnig modern fanden wir das damals.

Ich hab jetzt keinen langen Flur mehr, und ich glaube, ich finde es auch gar nicht mehr so wahnsinnig modern, Spiegel quer an Wände zu hängen.

Einmal im Jahr, wenn wir swappen, hole ich den Spiegel aus seiner Ecke. Den Rest des Jahres steht er beim Putzen im Weg und fällt um, wenn ich mit dem Staubsauger dagegenfahre. Der Spiegel kann weg. Wir können uns auch im Schlafzimmer spiegeln, wenn wir einmal im Jahr bei mir Kleider tauschen.

Falls also jemand einen langen Flur hat oder auch einfach nur so einen Spiegel braucht, meldet euch einfach bei mir. First come, first reflect - oder so.

Ach ja, auf dem Foto sieht man aus Versehen auch meine Wohnzimmerheizung und meine Wohnzimmerfensterbankpflanze. Vielleicht freut das all diejenigen, die sich schon immer gefragt haben, wie diese beiden Dinge wohl aussehen mögen.

Donnerstag, 16. Januar 2014

Tag 16 - Die Schale mit den Blüten

Liebe Mama, du musst nun tapfer sein. Denn ich fürchte, ich werde mich dieses Jahr auch von einigen Dingen trennen, die du mir mal geschenkt hast. Du hast mir oft schöne und praktische Dinge geschenkt. Aber kein Mensch hat mir auch nur annähernd so viel geschenkt wie du (und das meine ich ganz mathematisch, ohne jedes "Das Leben"-Pathos), da ist es nur natürlich, dass nicht alle Geschenke Volltreffer waren. Und diese Schale, pardon, ist einfach scheußlich.


Die Schale ist orange, aus Keramik oder sowas. Es sind ein paar Blüten draufgeklebt, gelb und weiß, ebenfalls aus Keramik oder sowas. Die Schale ist oval und an den Seiten spitz, man könnte sagen, sie ist augenförmig, wenn "augenförmig" ein Wort wäre. - Ich hab das grade mal gegoogelt, bei "augenförmig" kommen 4700 Ergebnisse, aber so richtig überzeugt mich das nicht. Dict.cc behauptet, man könne "augenförmig" sogar steigern, "augenförmig / augenförmiger / am augenförmigsten", aber mal ganz ehrlich, das ist doch alles Quatsch.

Aber zurück zu der Schale. Ich hab versucht, sie auf dem Flohmarkt zu verkaufen, aber keiner wollte sie haben. Ich hab sie meinen Freundinnen beim Swap angeboten, aber keine wollte sie haben. Ich dachte: "Du kannst doch diese Schale nicht einfach entsorgen, die hat dir immerhin Mama geschenkt!" Aber wenn hier nicht in den nächsten Tagen jemand schreibt, dass er sie haben will, dann mach ich das.

Mittwoch, 15. Januar 2014

Tag 15 - Das rote Haarband mit der kleinen Schleife und den weißen Punkten


Habt ihr auch Dinge, deren Besitz sich nur durch temporäre Geisteskrankheit erklären lässt? Ich schon. Anders kann ich mir nicht erklären, warum ich mal dieses schmale rote Haarband haben musste. Mit einer kleinen Schleife. Und weißen Punkten.

Ein niedliches Haarband – für ein kleines Mädchen. Ich bin 35. Und ich hab das mal gekauft. Ist noch gar nicht so lang her, zwei, drei Jahre vielleicht.

Meine Freundin Helene hat eine kleine Tochter, die ist fünf. Vielleicht will sie das Haarband haben? Obwohl, wahrscheinlich nicht. Es ist nicht pink.

Dienstag, 14. Januar 2014

PS - Der pinkfarbene Nagellack



Große Freude! Freddy hat ihre Nägel mit meinem aussortierten Nagellack lackiert. Sieht fabelhaft aus zur lila Jeans - und auch sonst. Schön ist das, wenn Kram, der bei mir jahrelang nur rumstand, nun endlich mal benutzt wird.

Tag 14 - Der HDMI-Adapter

Im letzten Sommer habe ich mir einen Tablet-PC gekauft, und der kann definitiv nicht weg. Ich liebe das Ding. Auf dem Sofa rumhängen ist so viel besser mit einem Tablet! Das Tablet hat eine Menge wahnsinnig praktischer Anschlüsse, unter anderem einen Mikro-HDMI-Anschluss. Damit kann man es an den Fernseher anschließen. Ich wollte das Tablet mit dem HDMI-Kabel meiner Playstation an den Fernseher anschließen, aber das ging nicht, es ist ein kleinerer Stecker.

Also bin ich irgendwann dann doch mal in den Laden gegangen und hab mir ein Kabel gekauft. Danach stellte ich fest, dass es einen Unterschied gibt zwischen Mini-HDMI und Mikro-HDMI. Das Kabel passte nicht. Ich hab das Kabel umgetauscht und stattdessen diesen Adapter gekauft, der HDMI auf Mikro-HDMI wandelt. Warum, weiß ich eigentlich auch nicht. Vielleicht weil mich das alles so sehr genervt hat mit dem falschen Kabel und weil der Adapter billiger war als ein Kabel und ich nicht noch mehr Kabelsalat wollte.

Das mit dem Adapter war jedenfalls eine Schwachsinnsidee. Erst das Kabel von der Playstation abfummeln, dann den Adapter dranfummeln, den riesigen, wackeligen Steckerklotz ins Tablet reinstecken. In Nullkommanix kam kein Signal mehr beim Fernseher an. Ich zog den Adapter ab, der goldene Kontakt steckte in der Buchse fest, ich musste ihn mit einer Pinzette rausfummeln.

Ich hab mir ein passendes Kabel gekauft, das hätte ich mal gleich tun sollen. Und der Adapter? Der kommt in den Müll.

Montag, 13. Januar 2014

Tag 13 - Der silberfarbene Gürtel


Über den silberfarbenen Gürtel gibt es nicht viel zu sagen. Er ist schmal und aus Kunstleder und einen Meter lang. Wenn ich den Gürtel zumache, schlabbert das lose Ende nervig rum, weil er zu lang ist. Ich kann mich weder erinnern, wann ich ihn gekauft, noch, wann ich ihn zuletzt getragen habe.

Der Gürtel kann weg. Ich lege ihn beiseite für den nächsten Kleidertausch. Es sei denn, jemand will ihn jetzt schon gern haben?

Sonntag, 12. Januar 2014

PS - Die Flasche Whisky

Alkohol geht offenbar immer. Zumindest hatte das Posting zum Whisky bei Facebook mehr Reichweite als alle anderen. Aber haben wollte ihn keiner, weder hier noch bei Facebook. Und ich will ihn ja bekanntlich auch nicht mehr. Also, mal sehen, ob Alkohol auch bei den Nachbarn immer geht. Zettel geschrieben, Flasche in den Hausflur gestellt, gestern gegen Mittag.
Auf den Dachboden gegangen, zurückgekommen. Die Flasche war noch da.

"Ex-Freund" ist im Grunde nicht korrekt (eher "Ex-Ex-Ex-Freund") und "zurückgelassen" schon gar nicht, und das ist auch gar nicht der Grund, warum ich ihn loswerden will, wisst ihr ja. Aber ich dachte, die ganze Whisky-Geschichte interessiert die Nachbarn vielleicht auch nicht.

Einkaufen gegangen, zurückgekommen. Die Flasche war noch da. Vielleicht sind die Nachbarn alle Abstinenzler? Oder Whisky-Gourmets, die über Ballantines die Nase rümpfen?

Auf eine Geburtstagsparty gegangen. Dort die Frage diskutiert, ob der Zettel wohl abschreckt. Ich dachte halt, ich muss irgendwie kenntlich machen, dass ich keinen vergiften will, dass das Zeug noch gut ist und dass es andere Gründe gibt, warum ich ihn nicht mehr haben will. Nach Hause gekommen. Die Flasche war weg.

Geht doch.

Tag 12 - Der Behälter für Kartoffeln


Das ist ein Behälter für Kartoffeln. Man tut die Kartoffeln hinein, weil... ja, warum eigentlich? Er hat jedenfalls Lüftungsschlitze, damit die Kartoffeln nicht anfangen zu schimmeln. Oben auf den blauen Deckel kann man Zwiebeln legen. Ich hab den Behälter mal von meiner Mutter bekommen. Glaub ich. Ich hab ihn schon lange.

Nun ist das aber so eine Sache mit mir und Kartoffeln. Ich mag sie gar nicht so gern. Als Salzkartoffeln oder Pellkartoffeln zumindest. Oder als Kartoffelbrei. Puffer mag ich, aber die mach ich mir nie selbst, und auch Kartoffelsuppe. Die könnte ich eigentlich mal selber kochen. Mach ich aber irgendwie nie. Ofenkartoffeln mag ich. Ich koche eh nur am Wochenende, unter der Woche gehe ich in die Kantine. Wie viele Ofenkartoffeln kann man essen?

Jedenfalls, wenn ich Kartoffeln in den Behälter für Kartoffeln tue, endet es gewöhnlich damit, dass irgendwann meterlange Keimsprossen aus den Lüftungsschlitzen wachsen oder die Kartoffeln – trotz der Lüftungsschlitze – anfangen zu gammeln. Deshalb hab ich irgendwann aufgehört, Kartoffeln hineinzutun. Der Behälter stand dann nur noch leer im Schrank unter der Spüle.

Vor ein paar Monaten hab ich den Behälter für Kartoffeln aus dem Schrank geräumt (der Schrank unter der Spüle ist total vollgestopft mit Essig und Öl). Ich hab ihn neben den Papiermüll und den Mülleimer gestellt. Ich dachte, vielleicht tu ich mal wieder Kartoffeln rein und denke dann auch dran, sie zu essen, wenn ich den Behälter jeden Tag sehe.

Ich hab seitdem keine Kartoffeln mehr gekauft. Und der Behälter steht im Weg. Ich hatte mich  irgendwie an ihn gewöhnt. Aber das ist doch in Wahrheit kein Grund, ihn zu behalten, oder? 

Dass dieser wirklich sehr hässliche Behälter auf diesem Bild so viel schöner aussieht als die anderen Dinge, von denen ich mich getrennt hab, liegt daran, dass ich mich mit meiner Freundin Stephi getroffen habe. Stephi ist Fotografin. Wir haben mit dem Behälter Bildaufbau und -gestaltung geübt. Stephi sagte, sie würde den Behälter nehmen. Sie und ihr Freund, Nico, essen gern Kartoffeln.

Samstag, 11. Januar 2014

Tag 11 - Das 1,40 Meter breite blaue Laken

Ich hab mir im Oktober ein neues Bett gekauft. Das alte Bett war zwölf Jahre alt, ich mochte es nicht mehr. Außerdem quietschte es, eine Latte war durchgebrochen, die Bettkästen klemmten. Das Bett musste weg.

Das neue Bett ist 1,60 Meter breit, 20 Zentimeter breiter als das alte. Warum das so ist? Dafür kann ich keinen zufriedenstellenden Grund nennen - ich kam auch mit 1,40 Metern prima zurecht, so groß bin ich ja nicht. Ich dachte wohl einfach, warum nicht, ich hab genug Platz im Schlafzimmer, und wenn mal Besuch da ist, ist es bequemer so.


Als ich heute Morgen mein Bett neu beziehen wollte, hatte ich ein 1,40 Meter breites Laken in der Hand. Und stellte fest: Einige meiner alten Laken passen auch auf mein neues Bett, aber dieses nicht. Es ist zu klein. Der Fall ist klar: Das Laken kann weg. Villeicht kann es ja jemand brauchen?

Freitag, 10. Januar 2014

Tag 10 - Die Becher mit der Erdbeere drauf

Ich hab so viele Tassen und Becher, dass sie nicht mehr alle in das Tassenfach in meinem Küchenschrank passen. Ich muss einige in das Fach obendrüber stellen, aber das ist eigentlich auch schon voll, weil da die Untertassen, die Schalen und die kleinen Schneidebretter stehen. Über die Schneidebretter wird noch bei anderer Gelegenheit zu sprechen sein – aber zurück zu den Bechern.

Einige dieser Becher hab ich, seit ich mit 19 bei meinen Eltern ausgezogen bin, einige sind Geschenke. Die fünf kleineren Kaffeetassen gehören zu einem bunt gestreiften Service, das ich mal in einer Anwandlung von Spießigkeit bei Tchibo gekauft habe (eine Tasse muss wohl irgendwann mal kaputt gegangen sein).


Und dann sind da die beiden weißen Becher mit der Erdbeere drauf. Ich glaube, ich hab sie mal als Trostpreis in der Weihnachtstombola gewonnen. Ich fand sie nie besonders schön, aber auch nie hässlich genug, um sie auszusortieren.

Ich hab genug andere Becher. Die Becher können weg. Ich werde sie meiner Freundin Katrin schenken. Sie passen gut zu ihrem Geschirr. Außerdem hat Katrin heute Geburtstag. Aber keine Angst, Liebes. Kriegst auch noch ein richtiges Geschenk.

Donnerstag, 9. Januar 2014

Tag 9 - Der Krimi von Stephen Booth

Ich halte Bücher für eine gute Sache. Ich hab viele Bücher, vor allem Krimis. Ich lese viele Krimis. Von manchen Krimiautoren kaufe ich mir jedes neue Taschenbuch. Manchmal habe ich Lust auf einen Krimi, aber keiner dieser Autoren hat ein neues Buch geschrieben. Dann kaufe ich mir einen anderen Krimi.


"Seit Val McDermids 'Ein Ort für die Ewigkeit' hat mich kein Krimi so ins Mark getroffen", steht auf dem Cover des Buches. Val McDermid gehört zu den Autoren, deren neue Bücher ich kaufe. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum ich das Buch gekauft habe, um das es heute geht. Es heißt "Kühler Grund" und ist von Stephen Booth. Es sieht fast aus wie neu, bis auf die Knicke im Buchrücken. Ich muss es also gelesen haben. Aber erinnern kann ich mich nicht daran, nicht einmal mehr, nachdem ich den Klappentext gelesen habe.

Ich frag mich, warum das Buch noch da ist. Ich hab im Sommer 30, 40 Krimis aussortiert und verkauft, das Stück für einen Euro. Ich muss das Buch übersehen haben. Das Buch kann weg. Möchte es jemand lesen?

Mittwoch, 8. Januar 2014

Tag 8 - Der pinkfarbene Nagellack

Ich hab gerade nachgezählt: Ich besitze zwölf Nagellacke. Das ist nicht besonders viel, glaube ich. Ich kenne viele Frauen, die mehr haben (das mag daran liegen, dass ich bei einer Frauenzeitschrift arbeite). Aber wenn man so selten Nagellack benutzt wie ich, ist zwölf ganz schön viel.

Meine Fingernägel lackiere ich nie. Ich komm mir verkleidet vor damit, außerdem nervt mich, dass der Lack nach ungefähr fünf Minuten anfängt abzublättern. Im Sommer lackiere ich meine Fußnägel. Ich mag knallroten Nagellack und auch blauen und türkisfarbenen, zumal man den zu roten Sandalen genauso tragen kann wie zu pinkfarbenen. Warum ich mal meinte, ich bräuchte pinkfarbenen Nagellack, kann ich mir nicht mehr zusammenreimen.

Der Nagellack, um den es heute hier geht, ist von Manhattan, es ist übrigens eine "Blogger Edition", warum auch immer, zumindest steht das drauf. Wie die Farbe heißt, steht nicht drauf. Aber womöglich ist es "Radiant Orchid". Meine liebe Kollegin Lisa aus der Mode sagt, "Radiant Orchid" sei DIE Farbe des Jahres 2014 (was war eigentlich die Farbe des Jahres 2013?). Sie hat Bilder gezeigt. "Radiant Orchid" sieht ungefähr so aus wie der Nagellack. Vielleicht irre ich mich aber auch, ich kenn mich damit nicht so aus, und schließlich ist der Nagellack schon mindestens ein Jahr alt, da war "Radiant Orchid" noch gar nicht DIE Farbe.

Vielleicht freut sich meine Freundin Freddy über den Nagellack. Sie liebt Nagellack. Außerdem hat sie heute Geburtstag. Sie wird 30. Alles Liebe!

* PS: Meine Kamera ist leider unfähig, Pinktöne korrekt darzustellen (eine ausgebildete Fotografin kann das bezeugen!). Deshalb wäre es am besten, wenn du, liebe Lisa, den Radiant-Orchid-Sachverhalt vor Ort klären könntest.

Dienstag, 7. Januar 2014

Tag 7 - Das grüne Halstuch

Das grüne Halstuch hab ich mal mit meiner Freundin Birte zusammen gekauft. Das muss schon ein paar Jahre her sein, denn wir waren viel zu lange nicht mehr zusammen einkaufen. Das Halstuch ist dreieckig und hat eine hübsche kleine Borte mit silbernen Kügelchen. Es ist aus einem dünnen Stoff, so wie ich es gern mag. Ich dachte eigentlich, wir hätten das Halstuch bei Esprit gekauft, aber dagegen spricht, dass nirgendwo so ein schreckliches rotes Schild dran ist.

An dem Halstuch ist eigentlich rein gar nichts falsch. Nur eines: Es ist grün. Versteht mich bitte nicht falsch, ich hab nichts gegen Grün. Ich trinke gern grünen Tee. Ich geh gern in den Wald. Ich hab schon mehrmals Die Grünen gewählt. Und ich liebe Irland. Aber Grün ist nicht meine Farbe. Ich finde, es macht mich blass, und es passt auch nicht zu den anderen Dingen in meinem Kleiderschrank, die vor allem Blau, Rot, Pink, Schwarz und Grau sind.

Das Halstuch kann weg. Vielleicht möchte es meine Freundin Imke haben. Sie liebt Grün – und sie kann es tragen.


Montag, 6. Januar 2014

Tag 6 - Der pinkfarbene Badezimmervorleger

Life is what happens while you're busy making other plans - oder so ähnlich. Eigentlich hatte ich mir schon Sonntagmorgen überlegt, was ich heute aussortieren würde. Dann hängte ich die Wäsche auf. Genauer gesagt, ich hängte die Wäsche auf der Wäschespinne in meinem Schlafzimmer auf (ja, ich weiß, soll man nicht machen, Schimmel etc. pp., aber ihr wisst schon, Faulheit etc. pp., außerdem lüfte ich immer ganz brav, wenn ich das tue, egal, ich schweife schon wieder ab). Das Schlafzimmer war frisch gewischt, ich hatte den pinkfarbenen Badezimmervorleger mitgewaschen, und nach dem Wäscheaufhängen verbrachte ich eine gar nicht mal so kurze und gar nicht mal so frohe Zeit damit, pinkfarbene Fusseln vom Boden aufzusammeln, denn: Der Badezimmervorleger fusselt. Und das nicht zu knapp.


Außerdem färbt er ab. Mein ziemlich neues weißes T-Shirt hat nun einen ziemlich ungeplanten rosa Fleck unterm Arm, und jetzt sagt bitte nicht, was wäschst du auch weiße T-Shirts mit pinkfarbenen Badezimmervorlegern, danke, weiß ich selber. Jedenfalls, T-Shirt verfärbt, Schlafzimmer vollgefusselt, Laune beträchtlich beeinträchtigt. 


Der Badezimmervorleger ist von Tiger. Das ist einer dieser gefährlichen Läden, in denen es Notizbücher, Kaleidoskope, Wandhaken, Kaminfeuer-DVDs, Cuttermesser im 4er-Pack (warum nur?!), falsche Bärte,  Radiergummis in Rhinozerosform und eben Badezimmervorleger gibt. Bei Tiger ist alles quietschbunt und unfassbar günstig, und wenn man sich zu lange dort aufhält, ich schwöre es, wird einem das Hirn weich und man glaubt auf einmal, Dinge zu brauchen, die man nicht braucht.

Ich war erst am Samstag bei Tiger und glaubte, eine Papiergirlande zu brauchen, doppelseitige Klebeetiketten, Seidenpapier, und noch ein, zwei Dinge, die ich gerade vergessen verdrängt habe. Ich sag mal so, das braucht sich zumindest irgendwann auf. Badezimmervorleger brauchen sich bedauerlicherweise nicht auf, und dass ein Badezimmervorleger für 4 oder 7 Euro, ich erinnere mich nicht mehr, kein Top- Qualitätsprodukt ist, hätte ich mir denken können müssen, aber ihr wisst schon, Hirnweichheit etc. pp.

Mit seiner Fussel-und-Verfärbe-Aktion hat sich der Badezimmervorleger jedenfalls ganz elegant an den anderen #daskannweg-Kandidaten vorbeigedrängelt. Ein Ding, das die Laune beim Wäscheaufhängen beträchtlich beeinträchtigt, braucht nun wirklich niemand in seinem Leben.

Sonntag, 5. Januar 2014

PS - Der Stuhl

Gerade war Stephanie da, um den Stuhl abzuholen. Sie freut sich auf das Verschönerungsprojekt, ich bin den Stuhl los, Win-Win-Situation also. Und da sie und ihr Freund schon mal hier waren, haben wir gleich noch "Glasstraße" und "Ebbes" gespielt und dazu Baguette mit Erbsen-Spread und mit Dukkah gegessen. Gute Sache, guter Sonntag.

Jetzt ist der Stuhl also weg, gut finde ich das. Ann-Kathrin hatte ja angeregt, ich solle mir für Gäste hochwertige Klappstühle kaufen. Das klingt logisch und ich würds wohl auch machen, würde in meiner Wohnung Stuhlknappheit herrschen. Aber auch nachdem der Stuhl ausgezogen ist, befinden sich in meiner Wohnung immer noch 12 Sitzgelegenheiten.

- 2 Esstisch-Stühle
- 1 Esstisch-Wangenhocker
- 1 Sitzbank
- 1 Sofa
- 1 Sofa-Sitzelement ohne Lehne
- 1 Schreibtischstuhl
- 2 Klappstühle
- 2 Balkon-Klappstühle
- 1 gepolsterte kleine Bank

Auf der Sitzbank und auf dem Sofa können je drei Personen bequem sitzen. Ich habe also genug Sitzgelegenheiten für 16 Personen. Ich nehme an, das reicht.

Tag 5 - Die Flasche Whisky

Ich erinnere mich noch, wie ich die Flasche Whisky vor sechseinhalb Jahren in der Speisekammer meiner alten Wohnung aus dem Regal genommen habe, als ich auszog. Ich dachte: Ich mach mir nichts aus Whisky, aber vielleicht hat man ja mal Besuch, der Whisky trinken will. Ich habe den Whisky in einen Umzugskarton gepackt und in der neuen Wohnung wieder ausgepackt. Später habe ich ihn irgendwann mal von einem Regal aufs andere gestellt und noch mal später wieder zurück. Und da steht er nun. 

 

Ich habe seitdem viel Besuch gehabt. Nach Whisky hat keiner gefragt, und wie ich die Sache sehe, wird das wohl auch nicht mehr passieren. Was eigentlich schade ist, es ist nämlich noch ziemlich viel drin, und immerhin ist es Ballantines, der ist nicht ganz so billig wie Jim Beam oder Johnny Walker. Glaube ich.

Nun verstehe ich nicht wirklich was von Whisky. Ich weiß, dass alter Whisky teurer ist als nicht so alter. Aber ich ahne, dass Altern in einer angebrochenen Flasche bei dieser Rechnung nicht zählt. Vielleicht ist der Whisky gar nicht mehr gut? Was meint ihr – verschenken oder gleich wegwerfen?

Samstag, 4. Januar 2014

PS - Die vertauschten Badelatschen

"Gleich morgen", so hatte ich angekündigt, wollte ich neue Badelatschen kaufen. Morgen war gestern, gestern hatte ich keine Zeit. Also ging ich heute in die Stadt, um neue Badelatschen zu kaufen. Als erstes zu Deichmann, da hatte ich die alten gekauft. Und - mein Herz hüpfte kurz vor Freude - es gab sie noch. Das Herz hörte allerdings schnell wieder auf zu hüpfen - die Badelatschen waren nur noch in Größe 41 da.

Der Verlustschmerz, der mich nach dieser Erkenntnis traf, war unerwartet scharf, beinah so, als wären meine Schuhe noch mal vertauscht worden.  Alle anderen Modelle schienen mir scheußlich, ja, inakzeptabel. Ich verließ den Laden unverrichteter Dinge, hasste die Welt im Allgemeinen und den Schlappen-Vertauscher im Besonderen und wollte nie wieder andere Badelatschen haben.

In der Fußgängerzone kamen mir erste Zweifel, ob meine Reaktion angemessen war. Ich ging zu Karstadt Sport, fand auch dort alle Schlappen scheußlich und inakzeptabel, blieb trotzdem noch eine Weile und guckte und entschied mich schließlich für diese hier.

Jetzt, wo ich sie nach Hause getragen habe, muss ich zugeben, dass das völlig okaye Badelatschen sind. Sie passen, sie sind neu, es sind keine verrosteten Schrauben drin und keine Erinnerungen an die schwitzigen Saunafüße fremder Leute. Mehr noch: Aus irgendeinem Grund gefallen sie mir immer besser, je länger ich sie habe. Das hat das Zeug zum Beginn einer großen Schlappen-Liebe.

Tag 4 - Die blaue Keksdose

Wochenende! Zeit, mal auf den Dachboden zu gehen. Nicht etwa, um Dinge herunterzuholen. Nein, um Dinge raufzubringen: Keksdosen und Weihnachtsdeko. 
 
Jedes Jahr am Samstag vorm ersten Advent backen wir Plätzchen, das ist seit Jahren Tradition. Jeder backt zwei Sorten, das macht acht Sorten, denn wir sind zu viert. Außer es herrschen besondere Umstände, so wie im vorigen Jahr. Aber ich schweife ab. Jedenfalls, die Plätzchen teilen wir am Ende auf. Um acht Sorten Plätzchen unterzubringen, braucht man einige Keksdosen. Jetzt sind alle Plätzchen aufgegessen. Ich hab die Dosen abgewaschen und beiseite gestellt, um sie auf den Dachboden zu bringen. Auch den Mond.


Der Mond ist dunkelblau und silbern und oben bedruckt. In einem früheren Leben war der Mond mal eine Pralinenschachtel. Dafür war er wahrscheinlich besser geeignet als für die Aufgabe als Keksdose. Der Mond ist keine tolle Keksdose. In die Spitzen oben und unten passen die meisten Plätzchen nicht rein, weil sie so groß sind. Deshalb ist der Mond sehr schnell voll. Und weil der Deckel vom Mond inzwischen etwas verbeult ist, schließt er nicht mehr richtig.

Der Mond kann weg. Wenn ich nach dem nächsten Backen nicht alle Plätzchen unterkriege, kann ich mir immer noch eine neue Keksdose kaufen. Eine, die der Aufgabe gewachsen ist.

Freitag, 3. Januar 2014

Tag 3 - Die Buntstifte

Die Buntstifte fielen mir vor Weihnachten in die Hände, als ich Briefmarken suchte für die Weihnachtspost. Sechs unlackierte Buntstifte, in den Farben rot, gelb, blau, grün, braun und schwarz, verpackt in einer kleinen weißen Pappschachtel. Ein Werbegeschenk. 

Die Stifte sehen aus, als hätte ich nie mit ihnen geschrieben. Bis auf den grünen Stift, der ist nicht ganz so spitz wie die anderen.

Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann ich was mit dem grünen Stift aufgeschrieben habe. Aber das kann auch schon sehr lange her sein. Auf der kleinen weißen Pappschachtel steht: "Leipziger Volkszeitung. Die liest man hier". Ich bin 2003 aus Leipzig weggezogen. Wahrscheinlich liegen die Stifte seitdem in meiner Schublade. Die Stifte können weg.

Wer will sie haben? Am meisten freuen würde ich mich, wenn sie jemand nähme, der zeichnen kann. Und mir dann damit was zeichnet. Zeichnen kann ich nämlich gar nicht, und Menschen, die das können, verehre ich.

Donnerstag, 2. Januar 2014

Tag 2 - Die vertauschten Badelatschen

Als ich vor ein paar Wochen aus der Sauna kam, waren meine Badelatschen weg. Erst konnte ich es nicht glauben – wer klaut schon Badelatschen, noch dazu in einem Fitness-Studio, das von sich behauptet, in Eppendorf zu sein, obwohl es eigentlich in Hoheluft-West ist? Dann stellte ich fest, dass da noch ein Paar Badelatschen stand, das meinen ein Stück weit ähnlich sah: ebenfalls schwarz und mit Streifen. Offenbar waren meine Schuhe vertauscht worden.

Weil ich nicht barfuß gehen wollte, habe ich die anderen Badelatschen genommen. Ich bin durch alle Ruheräume und um den Pool gelaufen und habe den Leuten auf die Füße geguckt. Meine Badelatschen habe ich nicht gefunden. Ich habe zweimal an der Rezeption nachgefragt, aber niemand hatte meine Schuhe abgegeben. Also habe ich die vertauschten behalten.



Ich frage mich: Wer läuft eigentlich so verpeilt durchs Leben, dass er nicht merkt, dass er die Badelatschen anderer Leute anhat? Denn zwischen beiden Paaren gibt es einige Unterschiede: Meine Badelatschen hatten pinkfarbene Streifen, nicht rosafarbene, und in der Mitte der pinkfarbenen Streifen hatten sie keinen weißen Streifen. Außerdem waren sie mindestens eine halbe Nummer kleiner. Sie hatten Löcher in der Sohle, damit das Wasser unten rausläuft, wenn man in der Dusche steht. Und vor allem: Meine Badelatschen waren so gut wie neu. Diese sind ziemlich ramponiert. An den Seiten sind sie sogar mit kleinen Schrauben geflickt (wer flickt eigentlich Badelatschen mit kleinen Schrauben und leistet sich gleichzeitig den monatlichen Beitrag in einem Fitness-Studio, das von sich behauptet ...?! - egal).

Ich hatte die vertauschten Badelatschen seitdem ein paarmal in der Hand und habe mich jedes Mal geärgert. Denn es sind nicht meine. Meine waren viel schöner. Die Badelatschen müssen weg, und zwar in den Müll. Ich werde mir neue kaufen. Gleich morgen.

Mittwoch, 1. Januar 2014

Tag 1 – Der Stuhl

Neues Jahr, neues Glück Blog: Heute beginnt mein "Jahr mit immer weniger Kram". Ich hab eine ganze Weile darüber gegrübelt, von welchem Gegenstand ich mich als erstes trennen soll. Es sollte nicht gerade ein Buch oder ein Kugelschreiber sein und auch keine scheußliche Tischdeko, von wegen "Der erste Eindruck zählt" und so (Hallo übrigens an alle, die mitlesen - schön dass ihr hier seid! Und frohes neues Jahr natürlich!). Vor allem aber wollte ich: Ernst machen. Ich wollte mich von einem Ding trennen, dessen Abwesenheit mir jeden Tag bewusst wird. Ich musste dieses Ding nur noch finden.

Auf einmal war alles ganz einfach. Denn da ist dieser Stuhl.

Er steht zwischen Kühlschrank und Sitzbank, also an der Stelle meiner Wohnung, an der die Küche ins Esszimmer übergeht (ich hab eine offene Küche). Der Stuhl ist aus Holz und wahrscheinlich von Ikea, ich hab ihn schon ziemlich lange, bestimmt 12, 13 Jahre. Ich hänge oft Geschirrtücher zum Trocknen über die Lehne, manchmal lege ich ein Backblech drauf ab, wenn ich den Ofen ausräume, ich hänge eine Schürze drüber oder die gelben Gummihandschuhe, die ich zum Abwaschen trage und die mir selber irgendwie peinlich sind. Zu etwas anderem benutze ich den Stuhl nicht.

Das stimmt nicht ganz. Vor einem Jahr habe ich auf dem Stuhl gestanden, als ich eine Wand in meinem Wohnzimmer strich. Da ist weiße Farbe auf die Sitzfläche getropft. Ich habe die ganze Sitzfläche angepinselt, damit man die Kleckse nicht so sieht. Man sieht sie trotzdem. Deswegen liegt meistens ein Kissen auf dem Stuhl. Das Kissen ist bordeauxrot und passt nicht zu den anderen Stuhlkissen in meiner Wohnung. Eigentlich passt es zu gar nichts in meiner Wohnung.

Zwei, dreimal im Jahr habe ich viele Gäste. Dann stelle ich den Stuhl an den Esstisch. Den Rest des Jahres steht der Stuhl rum. Und nervt. Beim Putzen ist er im Weg. Beim Blumengießen ist er im Weg. Beim Auf-die-Sitzbank-setzen ist er im Weg. Er stellt meine Wohnung voll und tut nichts, um das zu rechtfertigen. Der Stuhl kann weg.

Meine Freundin Steph verwandelt alte Stühle mit Pappmaché und Farbe in Kunstwerke. Vielleicht will sie den Stuhl haben.